Meditation, Yoga & Co in Krisenzeiten

Die unglaubliche Wirksamkeit von Entschlossenheit

Bildquelle: Zac Durant, lizenzfreie Bilder auf Unsplash.com

Als ich meinen tibetischen Meditationslehrer das erste Mal traf, konnte ich hinter seinem herzlichen Lächeln noch nicht die wohlwollende Strenge erkennen, die uns Adepten in den Kursen später zuteil wurde.

Er forderte uns, ließ uns unsere Grenzen spüren, wenn wir über das gewohnte Maß hinaus lange in Meditationshaltung verharren sollten.
Ich hörte meinen Geist innerlich lautstark Widerstand schreien und spürte die brennenden Beschwerden meines Körpers.

Nein, es war nicht seine Absicht uns zu quälen. Ganz im Gegenteil wollte er uns die Chance geben, einen inneren Sprung in noch unbekanntes Terrain zu machen, auf dem wir die Rohform der Fähigkeiten finden würden, die wir nie gesucht hatten. Fraglos war ich damals ein Meister der Ablehnung und unsicher in Bezug auf meine Stärken und Möglichkeiten.

Es dauerte eine Weile, bis mir klar wurde, dass Willenskraft und Entschlossenheit unabdingbare Aspekte auf dem spirituellen Pfad sind und ich weiß jetzt auch, dass der spirituelle Pfad nicht abseits der Alltagswege verläuft, sondern genau dort und es auf dem Weg nur auf die Art der eigenen Haltung und Bewegung ankommt. Es kommt nur auf uns selbst an.

Schwierige Zeiten lassen uns Entschlossenheit und innere Stärke entwickeln.

Dalai Lama

Immer hatte ich Artisten bewundert, die auf einem kaum fingerdicken Seil balancieren und mich gefragt, wie viel Selbstvertrauen, Mut, Willenskraft und Entschlossenheit dazu gehören, um das zu schaffen. Ich habe mich gefragt, wie oft sie immer wieder neu auf das Seil steigen mussten, wie lange sie üben mussten, bis es das erste Mal klappte.

Wir alle können viel mehr, als wir glauben. Es braucht nur Willenskraft und Entschlossenheit etwas zu erreichen und die Gewissheit, dass wir üben müssen.

Entschlossenheit im Unglück ist immer der halbe Weg zur Rettung.

Johann Heinrich Pestalozzi

Für die Methoden der Meditation und des Yoga ist es nicht anders.
Natürlich ist es notwendig zu wissen, wohin man damit will. Was könnte mich dazu bewegen zu meditieren oder Yoga-Asanas zu üben? Was für den einen etwas mehr an Ruhe und Entspannung ist, das ist für den anderen etwas mehr an Einsicht in sich selbst und damit einhergehend die Möglichkeit, die Belange und Prozesse des persönlichen Lebensalltages zu verändern.

Ganz gleich, wie beschwerlich das Gestern war, stets kannst du im Heute von Neuem beginnen.

Buddha

Und tatsächlich verändern wir unser Leben dadurch, dass wir uns zur Meditation setzen oder auf der Yogamatte üben. Die Früchte unserer Übung bleiben nicht an der Oberfläche, sondern reifen tief in uns hinein. Wir spüren und erleben es, dass wir damit nicht nur unseren Körper entspannen, sondern innere Kräfte und Potentiale mobilisiert werden, die bisher brach lagen. Wir merken es im Umgang mit uns selbst und im Umgang mit unserer Umgebung.

Rupa Jhanas

Wer sich innere Ruhe und Frieden wünscht, wird irgendwann wahrscheinlich einmal daran denken Meditation auszuprobieren.

Das klingt ja alles ganz toll, exotisch und mystisch.
Die initiale Begeisterung wird bei vielen allerdings schnell ausgebremst, weil der Geist – um den es dabei maßgeblich geht – einfach nicht das machen will, was man sich so vorgestellt hat. Der spaziert lustig von einem Gedanken zum nächsten und erzählt Geschichten und hat die tollsten Ideen, um sich abzulenken. Eine Teilnehmerin erzählte mir mal, dass ihr Geist während unserer Meditationssitzung die Einkaufsliste für die gesamte Woche zusammengestellt hatte. Von der Konzentration auf den Atem keine Spur.
Ein untrainierter Geist ist wie ein junger Hund, der lebenslustig seine Umgebung erkundet und seinen Besitzer mitunter zur Verzweiflung bringt.

Ja, es geht um Konzentration, was vielen Menschen ungeheuer schwer fällt. Eigentlich kein wirkliches Wunder, wenn man sich daran erinnert, wie viel Ablenkung und Reizüberflutung unsere Welt doch zu bieten hat.

Konzentration und Meditation?
Schließt sich das nicht aus? Stimmt, es ist nicht das Selbe. Konzentration ist ein Hilfsmittel, das behilflich ist, in die Meditation hinein zu finden.
Vielleicht ist der Vergleich mit dem jungen Hund ganz passend, den man an die Leine nimmt, damit er da bleibt. Die Leine steht für die Konzentration auf das Meditationsobjekt. Das kann die Bewegung des Atems sein oder die Bewegung des Körpers bei aktiven Methoden oder einfach Körperempfindungen, auf die man sich konzentriert. Hauptsache ist, dass der Geist nicht auf Wanderschaft geht.

Kommen wir mal zum Titel dieses Beitrags. Rupa Jhanas sind die ersten vier meditativen Vertiefungen. Rupa ist ein Pali-Wort und bedeutet Körper. Jhanas sind die Vertiefungen oder Versenkungen.
Die Rupa Jhanas sind die ersten vier Stufen der meditativen Versenkung, in denen der Körper emotional und sensorisch noch eine Rolle spielt.
Insgesamt gibt es acht Stufen, in denen der Geist von der ersten bis zur achten immer feinstofflicher und subtiler wird. Im Verlauf klärt sich das Bewusstsein von Gedanken, es wird ruhiger, reiner und zeitloser. Es vermittelt das Erleben von Hier und Jetzt, um es mal ganz plakativ auszudrücken.

Die erste Stufe ist der Grund, warum ich diesen Beitrag geschrieben habe.
Die erste Stufe ist überhaupt erst der Eintritt in die Meditation. Vorher ist alles nur Konzentration auf die Methode. Bis zum Eintritt in die erste Stufe findet noch keine Meditation statt.

Dass man die erste Stufe erlangt, merkt man daran, dass sich ein wunderschönes, entzückendes Körpergefühl einstellt. Dafür gibt es auch ein Pali-Wort: Piti. Es bedeutet Entzücken oder auch Interesse.
Die Übersetzung mit Interesse finde ich dabei besonders treffend, weil ab hier wirklich ein Interesse an der Meditation geweckt wird. Es entschädigt für die Mühen des Konzentrierens und Trainierens des Geistes und es vermittelt die Gewissheit für eine wunderbare Reise zu den Potentialen menschlichen Geistes.

Freude

Freude ist vom ersten bis zum letzten Atemzug ein unauslöschliches Merkmal des Lebens. Sie ist immer in mir, in jedem Moment, an jedem Ort.

Bildquelle: Allef Vinicius, lizenzfreie Bilder auf unsplash.com

Gewöhnlich schläft die Freude, wenn der Geist mit äußeren Gegebenheiten, diskursivem Denken und Ängsten beschäftigt ist und sie wird dann nur in Abhängigkeit von äußeren Bedingungen geweckt. Sind die Bedingungen vergangen, schläft die Freude wieder ein.

Freude hat mit meinem Geist zu tun. Er erkennt und weiß das, worauf ich ihn richte. Richte ich ihn fokussiert nach innen, was z.B. durch bestimmte meditative Methoden möglich ist, dann kann er die Freude in mir entdecken, erkennen und erleben, ohne dass äußere Bedingungen dafür notwendig sind!
Es ist bedingungslose Freude, die durch eigene Kraft von innen nach außen strahlt und – wie ein Reinigungsagent – Ängste und zweiflerische Gedanken vertreibt, den Mut mobilisiert und die Liebe erwärmt.

Das Beste ist in uns. Es ist ein Schatz, den wir entdecken und heben können, um ihn uns selbst und der Welt zu schenken.

Energetische Reinigung

Diese zweiphasige Übung soll helfen, zu innerer Ruhe und Entspannung zu kommen.

Die erste Phase ist eine reine Atemübung, in der zweiten Phase nutzen wir einen Aspekt des Atems als Anker und Fokus für unsere Achtsamkeit.

Die Übung soll helfen, Habenwollen und Ablehnen, als die beiden grundsätzlichen Muster unserer Gefühle, aufzulösen und die ihnen innewohnende Energie frei und nutzbar machen zu können.
Wir nutzen dabei im Wesentlichen die Achtsamkeit auf unseren Atem in einer stabilen, aufrechten Sitzhaltung.
Für die Übung nehmen wir uns 30 Minuten Zeit und stellen uns dafür einen Wecker.

  1. Sitze aufrecht und schließe Deine Augen
  2. Beginne mit der Wechselatmung
    • verschließe mit dem Daumen Deiner rechten Hand Dein rechtes Nasenloch und atme durch Dein linkes Nasenloch etwa 5-6 Sekunden lang tief ein und denke dabei an „Diesen Energiekanal reinigen!“
    • verschließe nun Dein linkes Nasenloch mit einem Finger und atme durch das rechte Nasenloch genauso lang aus. Denke dabei an „Ablehnung loslassen!“
    • nun atme durch Dein rechtes Nasenloch wieder ein und denke an „Diesen Energiekanal reinigen!“
    • dann verschließe Dein rechtes Nasenloch und atme wieder durch das linke Nasenloch aus. Denke dabei an „Begehrlichkeit loslassen!“
    • folge diesem Ablauf für etwa 5 Minuten.
  3. Atme noch einmal tief ein und aus.
  4. Mache Dir Deine Sitzhaltung bewusst und spüre in Deinen gesamten Körper hinein.
  5. Atme ruhig und natürlich weiter, wobei Du Deine Achtsamkeit auf das Ausatmen legst.
  6. Bei jedem Ausatmen entspanne Deinen Körper immer mehr.
  7. Gehe nun dazu über, den kurzen Moment der Umkehr vom Ausatmen zum Einatmen sehr bewusst wahrzunehmen. Du kannst dabei einen kurzen Moment abwarten, bis Dein Körper von selbst wieder Einatmen möchte. Nimm diesen Umkehrpunkt genau wahr und spüre in diese Stille und Leere hinein.
  8. Wenn Gedanken auftauchen, trenne Dich von ihrem Inhalt und spüre in die Energie des Gedankens hinein. Versuche zu spüren, welche Qualität die Energie hat, aber bewerte es nicht. Vielleicht kannst Du fühlen, ob die Energie des Gedankens begehrlich, ablehnend oder neutral ist. Dann lasse die Energie los und kehre zum Atem zurück.
  9. Wenn Gefühle auftauchen, wende Dich ihrer Energie zu und erspüre, welche Qualität sie hat. Bewerte es nicht. Spüre, ob die Energie des Gefühls begehrlich, ablehnend oder neutral ist. Dann lasse die Energie los und kehre zum Atem zurück.

Was ist Meditation? [3]

Der Konfuse Geist

Viele Gründe bewegen Menschen dazu mit Meditation zu beginnen.
Manche suchen einfach innere Ruhe, andere haben vielleicht Schlafstörungen, wieder andere sind von der Voraussicht auf transzendente Erfahrungen motiviert und wieder andere sind einfach neugierig und wollen sich das mal anschauen.

Bildquelle: Fotalia

Ganz gleich, welche Erwägungen Pate standen, alle werden in der ersten Zeit die gleiche Art von Erfahrung machen.
Sie werden feststellen, dass ihr Geist keine sauber aufgeräumte Stube ist, sondern sich von einer recht chaotischen Seite zeigen wird.

Bei den ersten Versuchen – und auch später noch – tauchen alle möglichen Gedanken auf, ablehnende und begehrende Emotionen und körperliche Empfindungen. Ruhe und Entspannung lassen vergeblich auf sich warten.

Wer im Alltag gewohnt ist, sich effektiv mit allerlei Beschäftigung abzulenken oder ein stressiges Leben führt, ist ständig mit einen umtriebigen Geist unterwegs. In der Meditation hätte man sich jetzt etwas Anderes gewünscht. Daher ist es vor allem für Anfänger besonders hilfreich, zum Meditieren einen ruhigen Platz aufzusuchen, um dem Geist nicht unnötig viel Ablenkung anzubieten.
Beschäftigung, Vernetzung und Sammeln von Informationen, sind dabei seine natürliche Lieblingsbeschäftigung.
Kann man von jemandem erwarten, dass er von heute auf morgen den Hürdenlauf meistert, wenn er Bewegung nicht gewohnt ist? Sicher nicht. Mit dem Geist ist es im Prinzip das Selbe. Er muss und will trainiert werden. Deshalb verwendet man für die Meditation gerne den Begriff der Geistesschulung.

Die Sicht wird frei

Wenn die Meditationspraxis dazu führt, dass die Sicht frei wird, hört sich das schon mal gut an.
Wie schön ist es doch auch, alles klar sehen zu können, wenn man mal die Fenster seiner Wohnung gründlich geputzt hat. Da kommt endlich Licht herein, die Farben werden kräftiger und die Konturen werden schärfer.

Was man aber auch klarer sieht, ist der Unrat, der sich im Laufe der Jahre vor der Haustüre angesammelt hat. Der war zuvor kaum erkennbar gewesen.
Mit unserer Innenwelt ist das nicht anders. Die Konturen der angenehmen Aspekte des Daseins werden schärfer und Gedanken, die sonst nur im Hintergrund ihr Spektakel veranstalteten, kommen während der Meditation aber auch in den Blickpunkt.

Das ist der Moment, an dem sich viele Übende fragen, ob sie sich das wirklich anschauen wollen. Es liegt dann einerseits an der Willenskraft und andererseits an der Unterstützung eines Meditationslehrers, Motivation und Anreize nicht versiegen zu lassen.
Was nämlich folgt, sollte Mut machen und Motivation schaffen.

Motivation fördern

Auch wenn die Meditations-Sitzungen in der ersten Zeit nicht gleich die gewünschte Ruhe bringen, so fördern sie doch interessante Aspekte des Geistes zutage.
Wir merken, dass der Geist beschäftigt sein will, wie ein lebhaftes Kind. dabei springt er von einer Ablenkung zu anderen.
Um ihn zur Ruhe zu bringen wird uns ein Meditationslehrer ein Meditationsobjekt anbieten. In der Regel ist das unser eigener Atem, der von selbst abläuft und auf den man den Geist richten kann, um ihn zu beruhigen.
Als Meditationsobjekt kann aber auch der Körper als Gesamtes dienen, indem man aufmerksam in die einzelnen Bereiche des Körpers hinein spürt, die Empfindung unbewertet wahrnimmt und dann zum nächsten Bereich wechselt. Das trainiert das Annehmen und Akzeptieren einer Empfindung und das Loslassen, wenn man zum nächsten Bereich wechselt.
Selbstverständlich können auch äußere Reize, wie Musik oder die Betrachtung eines Bildes den Geist beruhigen.
Es darf ausprobiert werden, was einem besser liegt. Später zu einem anderen Meditationsobjekt zu wechseln ist immer möglich.

Von der Methode zur Meditation

Wenn wir z.B. die Atembetrachtung als Meditationsobjekt für uns gewählt haben und wir damit einigermaßen zurecht kommen, weil wir den Geist von ablenkenden Gedanken immer wieder zum Anker des Atems zurückbringen können, dann haben wir eine Methode.
Die Methode ist ein Werkzeug oder eine Hilfestellung. Sie ist noch nicht die Meditation.
Als wir noch Kinder waren und das Fahrradfahren lernen wollten, haben uns unsere Eltern vielleicht Stützräder an unser Rad gebaut, damit wir auf unseren ersten Fahrversuchen ein Gefühl für unser Fahrrad bekommen und nicht zur Seite weg kippen. Irgendwann, mit zunehmender Übung, merken wir, dass wir die zusätzlichen Räder immer seltener brauchen.
Das Gleiche geschieht bei der Meditation. Wir trainieren unseren Geist dazu, für Momente ruhig und fokussiert zu sein und mit zunehmender Übung stellen sich diese Momente immer öfter ein. Dann erleben wir, wie sich um unseren Atem panoramaartig ein stiller Raum in uns weitet und wir erleben die ersten Momente in Meditation.
Wer fleißig weiter übt, wird irgendwann sogar auf jegliche Standardmethoden verzichten können. Dann ist Der Alltag selbst die Methode und das ist der eigentliche Zweck der Übung.

Was ist Meditation? [2]

Meditation ist etwas sehr Gewöhnliches

Viele Menschen glauben, dass Meditation immer mit mystisch transzendenten Erfahrungen zu tun haben muss.
Das kann natürlich irgendwann geschehen, aber die meditative Realität für die allermeisten Menschen sieht dann doch sehr viel gewöhnlicher aus und das ist keineswegs schlimm, sondern völlig in Ordnung.

Aufnahme im Buddha-Museum Traben-Trarbach (2016)

Oft wird gefragt, woran man merkt, dass man meditiert?
Die Frage ist schnell beantwortet.
Man meditiert, sobald man sich bewusst ist, welche Gedanken, Gefühle, Emotionen und Empfindungen gerade wahrgenommen werden, ohne dass man damit interagiert. Es ist ein offener, wahrnehmender Zustand, ohne sich selbst dazu in Bezug zu setzen.

Der Buddha soll mal einen seiner Zuhörer während eines Vortrags gefragt haben, ob er sich bewusst sei, dass sich seine große Zehe ständig bewegt?
Der Zuhörer muss sehr erstaunt gewesen sein, denn er war sich dieser Bewegung nicht bewusst. Also war er nicht in Meditation.

Ohne Achtsamkeit gibt es keine Meditation!„, war ein Ausspruch, den man von Ayya Khema (buddhistische Nonne der Theravada-Tradition) sehr oft hören konnte.
Achtsamkeit bedeutet auf sich selbst aufpassen oder gewahr sein, was in einem gerade passiert.
Besonders achtsam bin ich, wenn ich einen Moment innehalte und in mich schaue! Dann werde ich vielleicht wahrnehmen, dass da gerade ein Gedanke auftaucht oder mir wird meine Grundstimmung bewusst, die ich schon den ganzen Tag mit mir herumtrage.

Das sind Geistesformationen, die leicht aufgespürt werden können. Sie sind ganz an der Oberfläche. Natürlich gibt es Menschen, die sich auch damit etwas schwer tun.
Je mehr ich Achtsamkeit übe, desto mehr wird es der Betrachtung eines Bildes als Ganzes entsprechen, anstatt der Betrachtung einzelner Details, die voneinander getrennt sind. Die Betrachtung des Ganzen kommt nach und nach.

Meditation geht aber noch weiter. Viel weiter!
Die oberflächlichen Geistesformationen aus Gedanken, Gefühlen, Empfindungen und Emotionen gleichen den Wellen auf einem See. Ich schaue hin und sehe die Wellen, aber ich kann noch nicht unter die Oberfläche schauen. Im übertragenen Sinn sind das meine Alltagsgedanken, Gefühle, Reaktionen und Empfindungen.
Sobald sich der See beruhigt hat, kann ich in die Tiefe schauen und erkennen, was dort alles vorhanden ist. Die Ruhemeditation (Samatha) beruhigt das oberflächliche Kräuseln. Die Einsichtsmeditation (Vipassana) bringt tiefere Erkenntnisse zur Wirkungsweise des Geistes.

Das bedeutet also, die oberflächlichen Formationen meines Geistes zu beruhigen, um in seine tieferen Sphären vordringen zu können.
Auch dort bewegen sich Gedanken und Gefühle, aber sie werden – je tiefer ich vordringe – immer feiner und subtiler. Oft sind es sinnlos anmutende Gedankenfetzen, Fragmente von Gedanken und Gefühlen, die kurz aufblitzen und wieder verschwinden. Da werden auch Bilder sein, Gesichter und Landschaften, die mir fremd erscheinen können. Der Geist ist auch in der Tiefe aktiv.
Je tiefer ich meinen Geist erkunde und wahrnehme, desto deutlicher werden mir die 3 grundsätzlichen Merkmale des Daseins erscheinen. (1) Ich werde erkennen, dass alles vergänglich ist. Kein Gedanke, kein Gefühl und keine Situation bleibt. (2) Alles hat das Potential Leid zu erzeugen, indem etwas Erfreuliches vergeht oder etwas Unerfreuliches zu mir kommt. (3) Nichts entsteht und besteht aus sich selbst.

Je tiefer ich vordringe, desto ruhiger wird es werden, bis sich irgendwann eine entzückende, friedliche Stille als erste Stufe der Meditation einstellt.
Bis zur Erleuchtung, so ist es vom Buddha überliefert, gibt es acht Stufen zu durchlaufen.

Awareness-Walk – meditatives Gehen

Eine weitere schöne Methode unter vielen…

…ist Awareness-Walk oder meditatives Gehen.

Wie die Bezeichnung schon vermuten lässt, darf Awareness-Walk zu den aktiven Methoden gezählt werden, und da sie eben eine Methode ist, darf sie nicht mit Meditation selbst verwechselt werden, eben so, wie das für alle anderen Meditations-Methoden auch gilt. Es ist lediglich eine Methode, die den Einstieg in Meditation erleichtert.

Bildquelle: Brian Mann, lizenzfreie Bilder auf unsplash.com

Das Besondere an Awareness-Walk ist, dass Du es immer und überall dort üben kannst, wo Du Fuß unterwegs bist. Du brauchst keine musikalische Begleitung und keinen Meditationsraum. Nur Du selbst und der Boden ist nötig, auf dem Du gehst.

Wie geht das nun?

Je nach Wetterlage und Bodenbeschaffenheit, kannst Du barfuß gehen oder natürlich Schuhe tragen. Das bleibt Dir überlassen. Barfuß ist die Erfahrung natürlich intensiver und um Erfahrung geht es ja. Aber entscheide selbst.

Wenn Du dann los gehst, denke daran Deine Erwartungshaltung zuhause zu lassen. Sie ist nur hinderlicher Ballast.
Meditation ereignet sich in geistiger Entspannung und eine Zukunftsausrichtung auf Erfolge oder gewünschte Erfahrungen halten die Meditation sehr nachhaltig auf Distanz.

Du gehst einfach los und spürst in Deinen Körper hinein, wie er sich anfühlt. Die Beurteilung, ob gut oder schlecht, brauchst Du jetzt nicht. Du nimmst ihn lediglich wahr wie er sich anfühlt.

Dann spürst Du in die Bereiche Deines Körpers, die angespannt sind und beginnst sie bewusst zu entspannen. Fange unten an und entspanne Dich bis ganz hinauf zu Deinem Scheitel.

Nimm die Muskelbereiche wahr, die Du zum Gehen brauchst. Versuche, sie nacheinander so weit zu entspannen, wie es Dir möglich ist.

Dein Atem ist natürlich, eben so, wie es Dein Körper verlangt.

Rufe Dir in Erinnerung, dass Dein Körper eigenständig ist! Er ist natürlich eng mit Deinem Geist verbunden, aber er ist dennoch eigenständig und hat seine eigenen Bedürfnisse und folgt eigenen Regeln.
Überlasse Deinem Körper jetzt die Führung. Erlaube ihm zu gehen, wie er das möchte. Wenn Du das für Dich still in Dich hinein formulierst, wirst Du bemerken, dass Dein Körper darauf reagiert. Vielleicht will er schneller gehen oder langsamer. Folge ihm. Vertraue ihm.

Öffne Dich! Nimm wahr, was über Deine Sinne in Dich gelangt. Geräusche, die Temperatur der Luft auf Deiner Haut, das Licht, die Umgebung, die Bewegungen um Dich herum. Bewerte nichts. Nimm es einfach wahr und beobachte, was es mit Dir macht. Wenn Du Dich wirklich öffnest, werden Dir Details auffallen, die Dir vorher verborgen waren und vielleicht entsteht dabei ein spontanes Glücksgefühl. Wenn nicht, dann nicht oder vielleicht das nächste Mal. In jedem Fall wirst Du dabei den Zugang zu Deiner inneren Welt spüren.

Konzentriere Dich nun auf Deine Herzgegend. Spüre in Deine Brust hinein, in Dein Herz. Fühle es!
Bleibe bei allem was Du siehst, hörst, spürst oder riechst in Verbindung mit dem Gefühl in Deinem Herzen. Lasse diese Wahrnehmungen verschmelzen zu einer Wahrnehmung.

Bildquelle: Wikipedia

Zu dieser umfassenden Wahrnehmung, die Du jetzt vielleicht hast, füge die Empfindung Deiner Füße im Kontakt mit der Erde hinzu, auf der Du gehst.

Fühle, wie sicher sie Dich trägt. Vielleicht kannst Du Dir vorstellen, dass Energie vom Boden in Deine Füße aufsteigt und sich durch Deine Beine im ganzen Körper ausbreitet. Es ist die energetische Nahrung, welche Dir die Erde schenkt.

Mache Dir Deine Verantwortung bewusst, die Du für die Erde trägst. Du bist innig mit ihr verbunden. Die selben Kräfte und Energien, die in der Erde fließen, fließen auch in Dir. Du und die Erde, ihr sorgt füreinander.

Vielleicht kannst Du diese Empfindungen Deines Körpers, die Wahrnehmungen Deiner Sinne, das Gefühl in Deinem Herzen und die Verbindung zu dieser Erde miteinander verbinden.
Wenn nicht, dann nicht oder vielleicht das nächste Mal…..

Was ist Meditation? [1]

Der sitzende Buddha
Wer an Meditation denkt, wird sich vermutlich einen Menschen vorstellen, der bewegungslos und aufrecht im Lotossitz verharrt. Vor allem in den buddhistischen Traditionen wird diese Art der meditativen Versenkung geübt.

Buddha-Figur, fotografiert im Buddha-Museum in Traben-Trarbach

Es ist eine der unzähligen Methoden, die Menschen erfunden haben, um ihren Geist aus der Verstrickung mit Illusionen zu befreien, die uns davon abhalten die Wirklichkeit zu erkennen oder nicht erkennen zu wollen und dadurch mit ihr in Konflikt zu geraten, sei es, weil wir uns in Phantasien flüchten oder ihnen unbewusst folgen und dadurch für uns selbst und auch andere Leid erzeugen.

Die Methode des stillen Sitzens geht auf die frühen Yogis zurück und natürlich auf den historischen Buddha, Gautama Siddharta, der vor ca. 2500 Jahren in Indien lebte und lehrte.
Aber es gibt unzählig viele weitere Methoden, die im Laufe der Zeit entstanden. Dazu später mehr.

Der Autopilot
Wenn wir uns unseren Alltag mal genau anschauen und uns achtsam darüber klar werden, was wir da auf welche Art und Weise gewohnheitsmäßig den Tag über tun, werden wir sicher sehr erstaunt sein, wie automatisch alles vonstatten geht und wie wenig wir dabei bewusst anwesend sind. Vielleicht können wir uns manchmal nicht mehr daran erinnern, was wir vor 10 Minuten genau gemacht haben.
Wenn wir uns nicht bewusst sind, dass wir gerade etwas gewohnheitsmäßig tun, dann fehlt die Achtsamkeit und eine Art innerer Autopilot übernimmt automatisch die Steuerung unseres Handelns.
Das ist doch gar nicht schlecht, wirst Du sagen. Ist es auch nicht, wenn es um ganz praktische Alltags-Tätigkeiten geht, über die wir nicht jedes Mal nachdenken brauchen. Warum und bei welchen Gelegenheiten uns der Autopilot aber die Suppe versalzen kann, dazu komme ich später. Damit beschäftigt sich nämlich das Kerngeschäft der meditativen Praxis.

Achtsamkeit, Bewusstheit, Meditation
Diese drei Begriffe sind gewissermaßen „siamesische Drillinge“. Bewusstheit ist die Folge von Achtsamkeit und ohne Achtsamkeit gibt es keine Meditation.
Da haben wir also eine kausale Verkettung.

Heißt das dann, dass ich meditiere, wenn ich mir bewusst bin, was ich gerade tue? Ja, es ist der Einstieg in die Meditation.
Achtsamkeit bedeutet auf sich aufzupassen. Bewusstheit bedeutet genau zu wissen, was jetzt und hier gerade geschieht. Das geht nur, wenn ich achtsam bin.
Achtsamkeit ist somit eine Geistesformation, die der Konzentration sehr ähnlich ist. Ich bin dann mit einem bestimmten Bereich meines Tuns, Denkens oder Fühlens in direktem Kontakt. Eine Ausweitung meiner Achtsamkeit auf weitere, umliegende Bereiche nennt man Gewahrsein.

Ein paar Meter Meditation bitte!
Wenn Du Dich entschließt, ab jetzt jeden Morgen auf dem Weg vom Aufstehen bis zum Bad ganz bewusst wahrzunehmen, was Dein Körper tut und welche Gedanken, Gefühle und Emotionen sich in Dir bewegen, wirst Du nach einigen Tagen staunen, was alles in Dir los ist.
Du wirst vor allem feststellen, wie klebrig Gedanken, Gefühle und Emotionen sind und wie aufdringlich Gedanken beginnen, Dir eine Geschichte über Dich und das Leben zu erzählen.
Das mag ja ganz interessant sein, aber diese Geschichten haben meist gar nichts mit dem zu tun, was hier und jetzt an diesem Morgen auf den paar Metern von Deinem Bett zum Bad wirklich passiert.

Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft
Jeder kennt diese drei Zeitebenen. Oft sind wir jedoch mit Erinnerungen und Planungen beschäftigt, weil unser Verstand uns immerzu vor gefährlichen Situationen zu warnen versucht, die er aus der Vergangenheit in die Zukunft projiziert, egal, ob es mit dem Hier und Jetzt direkt zu tun hat.
Anders formuliert, bewegen wir uns immer zwischen Ängsten und Hoffnungen hin und her.

Annehmen und Loslassen
Es ist eine Grundeigenschaft des Geistes, entweder etwas Unerwünschtes weg zu schieben oder etwas Erwünschtes heran zu ziehen. Das Gegenteil wäre Annehmen und Loslassen und diese innere Haltung zu integrieren, das ist ein Kernanliegen der meditativen Praxis. Es gründet sich auf die Erkenntnis, dass alles vergänglich ist. Es ist ein Kommen und Gehen, Entstehen und Vergehen und sich gegen diesen naturgegebenen Prozess zu stellen, erzeugt Leid. Es bremst den Fluss des Lebens, etwas das Vergehen muss festzuhalten oder etwas das Kommen will weg zu schieben.
Natürlich wirst zu heran ziehen wollen, was Du Dir wünschst und Du wirst weg schieben wollen, was Dir zuwider ist. Allerdings wirst Du das Erwünschte nicht behalten können und das Unerwünschte wird ohnehin wieder vergehen. Das Ganze deutet also auf einen entspannten, gleichmütigen und akzeptierenden Umgang mit Dingen und Ereignissen hin.

Gedanken werden Dinge
Dieser geflügelte Spruch hat es bis in die Quantenphysik geschafft, wo er Bestätigung findet.
Die Materie folgt der Aufmerksamkeit.
Max Planck, Physiker und Begründer der Quantenphysik, beschrieb es mit folgendem Satz: „Es gibt keine Materie, sondern nur ein Gewebe von Energien, dem durch intelligenten Geist Form gegeben wurde. Dieser Geist ist Urgrund aller Materie.„.
Was wir denken und fühlen, ist Ausgangsstoff für das, was wir später als Dinge oder Ereignis sehen können.

Die Hirnforschung auf Buddha’s Spuren
Bis in die 1960er-Jahre waren Religion und Spiritualität kein Thema für die Wissenschaft. Das änderte sich, als der Kardiologe Herbert Benson an der Harvard Medical School begann, sich für die Wirkung der Transzendentalen Meditation des Mararishi Mahesh Yogi zu interessieren.

Bildquelle: Wikipedia, Maharishi Mahesh Yogi 1978

In diesem Zusammenhang kam Benson in Kontakt mit den Bandmitgliedern der „The Beatles“, die damals Anhänger des Yogi waren.
Die Benson-Meditation, auch Relaxation-Response genannt, war seinerzeit Ergebnis der Erforschung der Zusammenhänge zwischen Geistesschulung und Vorgängen im Gehirn.
In den späten 1970er-Jahren entwickelte der amerikanische Molekularbiologe Jon Kabat-Zinn die Methode der Mindfulness-Based Stress-Reduction (MBSR), die als Methode zur Stressbewältigung wissenschaftlich anerkannt bis heute angewendet wird.
Durch EEG-Messungen weiß man, dass Meditation zur Harmonisierung der Gehirnwellenmuster beiträgt. Die analytischen und intuitiven Bereiche des Gehirns gleichen sich aneinander an und durch bewusstes, ruhiges Atmen sorgt das parasympathische Nervensystem für Entspannung und innere Ruhe.

„Die Medizin ist inzwischen wirklich Teil der Medizin.“

Prof. Saki Santorelli (Center Of Mindfulness In Medicine Health Care And Society, Worcester, USA

Der Säuberungsagent
Meditation ist keine Pille, die man einnimmt. Meditation ist vielmehr eine Disziplin, eine Lebenseinstellung, für die es Regeln gibt. Meditation ist eine Reise zu sich selbst, die alles offenbart.
Viele Menschen folgen diesem Trend, der Entspannung, Stressabbau und neue Horizonte für das eigene Erleben verspricht.
Und tatsächlich erweist sich die Meditationspraxis als eine Art Säuberungsagent, der Muster des Denkens und Handelns bewusst werden lässt, so dass diese verändert oder aufgelöst werden können.
Viele Menschen beginnen mit Meditation und erleben, dass es sie an Bereiche in ihnen selbst führt, die ungeliebt sind oder gar unangenehm sind.

„Ein Meditationskurs ist eine Reise nach innen, zu der man bereit sein muss…“

Ayya Khema, buddhistische Nonne der Theravada-Tradition

Man kann Achtsamkeit im Umgang mit sich selbst und der Welt wollen. Man kann Entspannung, Stressabbau, neue Horizonte, Liebe und Mitgefühl wollen, aber es bedarf einer Entscheidung, sich der eigenen inneren Realität zu stellen. Es braucht Willenskraft, um diese Entscheidung herbeizuführen.

Achtsamkeit gegenüber sich selbst kann man lernen und dann üben. Man wird schon nach kurzer Zeit feststellen, dass sich Achtsamkeit immer häufiger ganz von selbst einstellt. Meditation und Achtsamkeit reinigen den Geist von Unbewusstheit ganz automatisch.

Meditation im Alltag
Das Üben von meditativen Methoden kann nie alleine stehen.
Wenn wir unsere innere Entwicklung vorantreiben wollen, müssen wir unseren Alltag unbedingt mit einbeziehen. Halten wir Alltag und meditative Übungen getrennt voneinander, dann wird sich kein Erfolg einstellen.
Die Erfahrungen und Einsichten, die sich während meditativer Übungen zeigen, helfen uns, die Situationen und Umstände des Alltags in einem neuen Licht zu sehen und diese Erkenntnisse können dann in meditativen Übungen weiter vertieft werden.

Kommen wir aber zurück zu unserem inneren Autopiloten.
Ich hatte angesprochen, dass er uns die Suppe des Lebens gründlich versalzen kann, indem er unsere Bewusstheit weitgehend ausschaltet und uns auf der Basis seiner Gewohnheiten und Muster zu Schlafwandlern macht.
Jeder kennt von sich diese automatischen Reaktionen auf bestimmte Situationen, die immer wieder – wie auf Knopfdruck – abgerufen werden. Das ist der Autopilot.
Wir ahnen auch, dass uns verschiedene emotionale Reaktionen zu eigen sind, die wir als Begierde, Ablehnung, Trägheit, Ablenkung oder Unentschlossenheit erleben. Es sind menschliche Reaktionen, die wir ausnahmslos alle haben.
Während der Meditationspraxis kommen wir sehr intensiv mit ihnen in Kontakt und wenn wir konsequent üben, werden sie uns im Alltag immer früher begegnen und wir haben dann die Möglichkeit uns anders zu entscheiden und nicht dem Autopiloten zu folgen.
Das alles geht nicht von heute auf morgen. Es sind viele kleine Schritte. Manchmal zwei Schritte nach vorne und einen zurück und dann wieder nach vorne. Stillstand wird es nicht geben. Darüber sprach schon der Buddha. Es geht entweder vorwärts oder rückwärts. Wir können aber ganz sicher sein: der Geist macht mit. Er ist offen für unsere Bemühungen und er ist lernfähig, was immer wir ihm geben.

Viele Methoden auf zwei Wegen in zwei Richtungen
Anfangs hatte ich erwähnt, dass es unzählige Methoden gibt, die zur Meditation führen können. Nicht für alle ist eine bestimmte Methode die passende. Wir können wählen. Da gibt es stille Methoden bei bewegungslosem Sitzen auf dem Meditationskissen, es gibt aktive Methoden wie Tanz, Yoga, Qigong, Musizieren, achtsames Gehen, Mantrasingen, usw.
Osho hatte in den 1970er-Jahren die aktiven Meditations-Methoden in den Westen gebracht und Tausende Anhänger gefunden. Seine teils kathartischen, Körper betonten Methoden aus Tanzen, Feiern und Toben, schienen für die westlichen Menschen geradezu geschaffen. Auch heute noch erfreuen sich Methoden, wie die Dynamische Meditation, die Kundalini-Meditation uva. großer Beliebtheit.

„Meditation ist die einzige Antwort auf alle Fragen des Menschen. Sei es Frustration, sei es Depression, sei es Traurigkeit, sei es Sinnlosigkeit, sei es Verzweiflung: Die Probleme können vielzählig sein, aber es gibt nur eine Antwort, und die Antwort ist Meditation.“

Osho, Light on the path
Osho in den 1970er-Jahren


Unzählige Methoden, auf zwei Wegen in entweder stiller oder aktiver Form, können nur in zwei Richtungen gehen.
Die eine Richtung ist Ruhe (Samatha). Damit gemeint ist das Üben einer Methode, durch welche der Geist durch Konzentration auf den Atem oder ein anderes Meditationsobjekt von seiner Ablenkbarkeit und Rastlosigkeit zur Ruhe gebracht wird. Es ist eine vorbereitende Übung, von der aus die Meditation in die Richtung der Einsicht (Vipassana) geht. Vipassana bedeutet in sich selbst sehen und Erkanntes bewusst zu erleben. Das Erkannte können Zusammenhänge zwischen Gedanken, Gefühlen, Körperempfindungen und Reaktionen sein oder das Gewahrwerden der Grundstimmung oder die Erkenntnis der Vergänglichkeit beim Auftauchen und Vergehen von Gedanken.

Freundschaft schließen mit sich selbst
Der Sinn von Meditation ist, eine lebenslange Freundschaft mit sich selbst zu schließen, in der Mitgefühl, Liebe, Akzeptanz, Wohlwollen und Wahrhaftigkeit tragende Tugenden sind und ganz selbstverständlich auch nach außen getragen werden.
Der Buddha suchte vor 2500 Jahren einen Weg aus dem menschlichen Leid und er fand diesen Weg auch durch Meditation.
Den Weg aus dem Leid zu finden, bedeutet allerdings nicht, dass man den Schmerz vermeiden könne, denn wer den Schmerz vermeiden will, sperrt auch die Freude aus.
Das Ablehnen von Schmerz und das Festhalten an der Freude erzeugt Leid.
Annehmen und Loslassen befreit uns vom Kampf gegen das Leben, dessen natürlicher Ausdruck Veränderung durch Vergänglichkeit und Erneuerung ist.
Es ist die Entspannung und Öffnung des Geistes und die Hingabe an den Fluss des Lebens, was als grundsätzliche Erinnerung in leuchtender Schrift vor jeder meditativen Praxis auftauchen sollte.

Gefahren der Meditation
Meditation hat viele gute Wirkungen auf unsere Psyche und auch auf unseren Körper. Beides ist ohnehin nicht voneinander zu trennen, beeinflusst sich also auch gegenseitig.
Eine Gefahr besteht darin zu glauben, dass Meditation ein Allheilmittel sei. Das ist sie natürlich nicht.
Gerade Menschen mit manifesten körperlichen Erkrankungen, sollten in jedem Fall auch den Arzt ihres Vertrauens hinzu ziehen und nicht darauf vertrauen, dass sie ihr Problem allein durch Meditation lösen könnten.
Das Gleiche gilt in besonderem Maße für Menschen mit psychischen Erkrankungen.
Aber auch wer sich körperlicher und psychischer Gesundheit erfreuen kann, sollte sich davor hüten Meditation mit unrealistischen und gar zu phantasievollen Erwartungen zu verbinden.
Natürlich gab und gibt es Menschen, die tiefgreifende transzendente Erfahrungen machten und in Zukunft auch immer wieder machen werden.
Der ehrgeizige und sehnsüchtige Wunsch danach kann aber dazu führen, dass man sich in eine Traumwelt einspinnt und den Boden unter den Füßen verliert.
Meditation ist sehr gewöhnlich, bodenständig und direkt. Sie ist so bodenständig, direkt und ehrlich, wie das Leben nur sein kann und deshalb so wertvoll.

Online-Kurse mit Zoom

Zoom ist ein Portal, über das benutzerfreundliche Online-Konferenzen möglich sind.
Ich nutze es für meine Online-Kurse. Für Teilnehmer ist die Nutzung von Zoom kostenlos.Solange sich Corona noch unter uns herumtreibt, bleibt die Teilnahme an Online-Kursen für Dich kostenlos.

Online-Meditation mit Yeshi Papamojo
Mittwochs 20:00-20:30 Uhr
Wieder online ab 05. Mai 2021

______________________________________

(1) Um via Zoom an meinen Online-Meditationen teilnehmen zu können und Du noch keinen Account dort hast, musst Du Zoom aufrufen:
https://zoom.us/de-de/meetings.html

(2) Dann klickst Du auf „Kostenlose Registrierung“
https://zoom.us/signup

Dort folgst Du den Anweisungen

(3) Danach kannst Du den Zoom-Client herunterladen:
https://zoom.us/download#client_4meeting

Was Du noch brauchst, ist zumindest ein Mikrofon und optional eine Video-Funktion an Deinem PC oder Laptop.

Der Umgang mit Zoom ist recht einfach und wird gut wird erklärt.

9-fache Atmung

Reinigung der 3 Energiekanäle

Links („kyangma„): männlich, weiß (Mondkanal, Wasserelement)
Mitte („uma„): Raum, blau (Raumkanal, Raumelement)
Rechts („roma„): weiblich, rot (Sonnenkanal, Feuerelement)

Innere Haltung und Motivation
Im Alltag haben sich in meinem Geist störende Energien angesammelt.
Es sind Gedanken der Anhaftung (Gier), Ablehnung, Widerwillen, Schwermut, (Hass) und Egozentrierung (Ego).
Diese störenden Energien atme ich während der Übung durch die drei Lichtkanäle aus.

Handhaltung:
Vajra-Mudra (Daumen eingerollt. Spitze berührt Ringfinger).
Hände liegen in der Ausgangsposition im Schoß.

Bewegungen: Beim Führen der Hände zur Nase Drehbewegung ausführen.

Beschreibung des Ablaufs
Der Kanal, der beim Einatmen zugedrückt wird, wird gereinigt.

Rechten Kanal reinigen (Sonnenkanal, Feuerelement, Hass)
Rechter Zeigefinger verschließt rechtes Nasenloch und links einatmen.
Linker Zeigefinger verschließt linkes Nasenloch und durch Sonnenkanal rechts ausatmen.

3 Durchgänge:
1. leicht, 2. kräftig und 3. kurz und sehr kräftig.
Jeweils beim Einatmen den Atem unter dem Nabel halten.
(Hass, Ärger, Wut und dessen Spuren werden beseitigt. Der Liebe wird Raum gegeben.) Dann rechten Kanal visualisieren und spüren.

Wirkung auf die Physis:
Die bewusste Atmung durch den Sonnenkanal reinigt den Geist von Hass, Ärger und Wut.
Der Sonnenkanal entspricht dem Feuerelement. Durch zu viel Wut, Hass und Ärger entstehen Leber- und Gallekrankheiten und erhöhter Blutdruck.
Durch die energetische Reinigung des Sonnenkanals wird das Feuer harmonisiert.

Linken Kanal reinigen (Mondkanal, Wasserelement, Gier)
Linker Zeigefinger verschließt linkes Nasenloch und rechts einatmen.
Rechter Zeigefinger verschließt rechtes Nasenloch und durch Mondkanal links ausatmen.

3 Durchgänge:
1. leicht, 2. kräftig und 3. kurz und sehr kräftig.
Jeweils beim Einatmen den Atem unter dem Nabel halten.
(Gier, Begierde und deren Spuren werden beseitigt. Dem Mitgefühl wird Raum gegeben) Dann linken Kanal visualisieren und spüren.

Wirkung auf die Physis:
Die bewusste Atmung durch den Mondkanal reinigt den Geist von Gier, Anhaftung und Begierden.
Der Mondkanal entspricht dem Wind- und Wasserelement.
Wenn das Wasser unrein wird, entsteht Anhaftung.
Zu viel Denken erzeugt unreinen Wind.
Die energetische Reinigung des Mondkanals harmonisiert dementsprechend das Wasser- und Windelement.

Mittleren Kanal reinigen (Raumkanal, Raumelement, Ego)
durch beide Nasenlöcher einatmen und durch den Zentralkanal (Raumkanal) ausatmen.

3 Durchgänge:
1. leicht, 2. kräftig und 3. kurz und sehr kräftig.
Jeweils beim Einatmen den Atem unter dem Nabel halten (Ego wird ausgeatmet. Der Zufriedenheit wird Raum gegeben.). Dann abschließend mittleren Kanal visualisieren und spüren.

Wirkung auf die Physis:
Die bewusste Atmung durch den Raumkanal befreit von zu starkem Ego.
Der Raumkanal entspricht dem Erdelement. Ein unreiner Raumkanal erzeugt Blockaden. Energie kann nicht fließen, es entsteht Stagnation. Durch die energetische Reinigung des Raumkanals entsteht (energetischer) Raum, Energie kann wieder fließen.

Sonnenkanal, Mondkanal, Raumkanal:
Wärme (Sonne), Wasser, Wind (Mond) und Erde (Raum) benötigen wir zum Leben. Die Kanäle stehen für die energetische, feinstoffliche Existenz dieser grundlegenden Elemente, die als maßgebliche Kräfte innerhalb der physischen Form des Körpers wirken.