Was ist Meditation? [3]

Der Konfuse Geist

Viele Gründe bewegen Menschen dazu mit Meditation zu beginnen.
Manche suchen einfach innere Ruhe, andere haben vielleicht Schlafstörungen, wieder andere sind von der Voraussicht auf transzendente Erfahrungen motiviert und wieder andere sind einfach neugierig und wollen sich das mal anschauen.

Bildquelle: Fotalia

Ganz gleich, welche Erwägungen Pate standen, alle werden in der ersten Zeit die gleiche Art von Erfahrung machen.
Sie werden feststellen, dass ihr Geist keine sauber aufgeräumte Stube ist, sondern sich von einer recht chaotischen Seite zeigen wird.

Bei den ersten Versuchen – und auch später noch – tauchen alle möglichen Gedanken auf, ablehnende und begehrende Emotionen und körperliche Empfindungen. Ruhe und Entspannung lassen vergeblich auf sich warten.

Wer im Alltag gewohnt ist, sich effektiv mit allerlei Beschäftigung abzulenken oder ein stressiges Leben führt, ist ständig mit einen umtriebigen Geist unterwegs. In der Meditation hätte man sich jetzt etwas Anderes gewünscht. Daher ist es vor allem für Anfänger besonders hilfreich, zum Meditieren einen ruhigen Platz aufzusuchen, um dem Geist nicht unnötig viel Ablenkung anzubieten.
Beschäftigung, Vernetzung und Sammeln von Informationen, sind dabei seine natürliche Lieblingsbeschäftigung.
Kann man von jemandem erwarten, dass er von heute auf morgen den Hürdenlauf meistert, wenn er Bewegung nicht gewohnt ist? Sicher nicht. Mit dem Geist ist es im Prinzip das Selbe. Er muss und will trainiert werden. Deshalb verwendet man für die Meditation gerne den Begriff der Geistesschulung.

Die Sicht wird frei

Wenn die Meditationspraxis dazu führt, dass die Sicht frei wird, hört sich das schon mal gut an.
Wie schön ist es doch auch, alles klar sehen zu können, wenn man mal die Fenster seiner Wohnung gründlich geputzt hat. Da kommt endlich Licht herein, die Farben werden kräftiger und die Konturen werden schärfer.

Was man aber auch klarer sieht, ist der Unrat, der sich im Laufe der Jahre vor der Haustüre angesammelt hat. Der war zuvor kaum erkennbar gewesen.
Mit unserer Innenwelt ist das nicht anders. Die Konturen der angenehmen Aspekte des Daseins werden schärfer und Gedanken, die sonst nur im Hintergrund ihr Spektakel veranstalteten, kommen während der Meditation aber auch in den Blickpunkt.

Das ist der Moment, an dem sich viele Übende fragen, ob sie sich das wirklich anschauen wollen. Es liegt dann einerseits an der Willenskraft und andererseits an der Unterstützung eines Meditationslehrers, Motivation und Anreize nicht versiegen zu lassen.
Was nämlich folgt, sollte Mut machen und Motivation schaffen.

Motivation fördern

Auch wenn die Meditations-Sitzungen in der ersten Zeit nicht gleich die gewünschte Ruhe bringen, so fördern sie doch interessante Aspekte des Geistes zutage.
Wir merken, dass der Geist beschäftigt sein will, wie ein lebhaftes Kind. dabei springt er von einer Ablenkung zu anderen.
Um ihn zur Ruhe zu bringen wird uns ein Meditationslehrer ein Meditationsobjekt anbieten. In der Regel ist das unser eigener Atem, der von selbst abläuft und auf den man den Geist richten kann, um ihn zu beruhigen.
Als Meditationsobjekt kann aber auch der Körper als Gesamtes dienen, indem man aufmerksam in die einzelnen Bereiche des Körpers hinein spürt, die Empfindung unbewertet wahrnimmt und dann zum nächsten Bereich wechselt. Das trainiert das Annehmen und Akzeptieren einer Empfindung und das Loslassen, wenn man zum nächsten Bereich wechselt.
Selbstverständlich können auch äußere Reize, wie Musik oder die Betrachtung eines Bildes den Geist beruhigen.
Es darf ausprobiert werden, was einem besser liegt. Später zu einem anderen Meditationsobjekt zu wechseln ist immer möglich.

Von der Methode zur Meditation

Wenn wir z.B. die Atembetrachtung als Meditationsobjekt für uns gewählt haben und wir damit einigermaßen zurecht kommen, weil wir den Geist von ablenkenden Gedanken immer wieder zum Anker des Atems zurückbringen können, dann haben wir eine Methode.
Die Methode ist ein Werkzeug oder eine Hilfestellung. Sie ist noch nicht die Meditation.
Als wir noch Kinder waren und das Fahrradfahren lernen wollten, haben uns unsere Eltern vielleicht Stützräder an unser Rad gebaut, damit wir auf unseren ersten Fahrversuchen ein Gefühl für unser Fahrrad bekommen und nicht zur Seite weg kippen. Irgendwann, mit zunehmender Übung, merken wir, dass wir die zusätzlichen Räder immer seltener brauchen.
Das Gleiche geschieht bei der Meditation. Wir trainieren unseren Geist dazu, für Momente ruhig und fokussiert zu sein und mit zunehmender Übung stellen sich diese Momente immer öfter ein. Dann erleben wir, wie sich um unseren Atem panoramaartig ein stiller Raum in uns weitet und wir erleben die ersten Momente in Meditation.
Wer fleißig weiter übt, wird irgendwann sogar auf jegliche Standardmethoden verzichten können. Dann ist Der Alltag selbst die Methode und das ist der eigentliche Zweck der Übung.

Was ist Meditation? [2]

Meditation ist etwas sehr Gewöhnliches

Viele Menschen glauben, dass Meditation immer mit mystisch transzendenten Erfahrungen zu tun haben muss.
Das kann natürlich irgendwann geschehen, aber die meditative Realität für die allermeisten Menschen sieht dann doch sehr viel gewöhnlicher aus und das ist keineswegs schlimm, sondern völlig in Ordnung.

Aufnahme im Buddha-Museum Traben-Trarbach (2016)

Oft wird gefragt, woran man merkt, dass man meditiert?
Die Frage ist schnell beantwortet.
Man meditiert, sobald man sich bewusst ist, welche Gedanken, Gefühle, Emotionen und Empfindungen gerade wahrgenommen werden, ohne dass man damit interagiert. Es ist ein offener, wahrnehmender Zustand, ohne sich selbst dazu in Bezug zu setzen.

Der Buddha soll mal einen seiner Zuhörer während eines Vortrags gefragt haben, ob er sich bewusst sei, dass sich seine große Zehe ständig bewegt?
Der Zuhörer muss sehr erstaunt gewesen sein, denn er war sich dieser Bewegung nicht bewusst. Also war er nicht in Meditation.

Ohne Achtsamkeit gibt es keine Meditation!„, war ein Ausspruch, den man von Ayya Khema (buddhistische Nonne der Theravada-Tradition) sehr oft hören konnte.
Achtsamkeit bedeutet auf sich selbst aufpassen oder gewahr sein, was in einem gerade passiert.
Besonders achtsam bin ich, wenn ich einen Moment innehalte und in mich schaue! Dann werde ich vielleicht wahrnehmen, dass da gerade ein Gedanke auftaucht oder mir wird meine Grundstimmung bewusst, die ich schon den ganzen Tag mit mir herumtrage.

Das sind Geistesformationen, die leicht aufgespürt werden können. Sie sind ganz an der Oberfläche. Natürlich gibt es Menschen, die sich auch damit etwas schwer tun.
Je mehr ich Achtsamkeit übe, desto mehr wird es der Betrachtung eines Bildes als Ganzes entsprechen, anstatt der Betrachtung einzelner Details, die voneinander getrennt sind. Die Betrachtung des Ganzen kommt nach und nach.

Meditation geht aber noch weiter. Viel weiter!
Die oberflächlichen Geistesformationen aus Gedanken, Gefühlen, Empfindungen und Emotionen gleichen den Wellen auf einem See. Ich schaue hin und sehe die Wellen, aber ich kann noch nicht unter die Oberfläche schauen. Im übertragenen Sinn sind das meine Alltagsgedanken, Gefühle, Reaktionen und Empfindungen.
Sobald sich der See beruhigt hat, kann ich in die Tiefe schauen und erkennen, was dort alles vorhanden ist. Die Ruhemeditation (Samatha) beruhigt das oberflächliche Kräuseln. Die Einsichtsmeditation (Vipassana) bringt tiefere Erkenntnisse zur Wirkungsweise des Geistes.

Das bedeutet also, die oberflächlichen Formationen meines Geistes zu beruhigen, um in seine tieferen Sphären vordringen zu können.
Auch dort bewegen sich Gedanken und Gefühle, aber sie werden – je tiefer ich vordringe – immer feiner und subtiler. Oft sind es sinnlos anmutende Gedankenfetzen, Fragmente von Gedanken und Gefühlen, die kurz aufblitzen und wieder verschwinden. Da werden auch Bilder sein, Gesichter und Landschaften, die mir fremd erscheinen können. Der Geist ist auch in der Tiefe aktiv.
Je tiefer ich meinen Geist erkunde und wahrnehme, desto deutlicher werden mir die 3 grundsätzlichen Merkmale des Daseins erscheinen. (1) Ich werde erkennen, dass alles vergänglich ist. Kein Gedanke, kein Gefühl und keine Situation bleibt. (2) Alles hat das Potential Leid zu erzeugen, indem etwas Erfreuliches vergeht oder etwas Unerfreuliches zu mir kommt. (3) Nichts entsteht und besteht aus sich selbst.

Je tiefer ich vordringe, desto ruhiger wird es werden, bis sich irgendwann eine entzückende, friedliche Stille als erste Stufe der Meditation einstellt.
Bis zur Erleuchtung, so ist es vom Buddha überliefert, gibt es acht Stufen zu durchlaufen.

Awareness-Walk – meditatives Gehen

Eine weitere schöne Methode unter vielen…

…ist Awareness-Walk oder meditatives Gehen.

Wie die Bezeichnung schon vermuten lässt, darf Awareness-Walk zu den aktiven Methoden gezählt werden, und da sie eben eine Methode ist, darf sie nicht mit Meditation selbst verwechselt werden, eben so, wie das für alle anderen Meditations-Methoden auch gilt. Es ist lediglich eine Methode, die den Einstieg in Meditation erleichtert.

Bildquelle: Brian Mann, lizenzfreie Bilder auf unsplash.com

Das Besondere an Awareness-Walk ist, dass Du es immer und überall dort üben kannst, wo Du Fuß unterwegs bist. Du brauchst keine musikalische Begleitung und keinen Meditationsraum. Nur Du selbst und der Boden ist nötig, auf dem Du gehst.

Wie geht das nun?

Je nach Wetterlage und Bodenbeschaffenheit, kannst Du barfuß gehen oder natürlich Schuhe tragen. Das bleibt Dir überlassen. Barfuß ist die Erfahrung natürlich intensiver und um Erfahrung geht es ja. Aber entscheide selbst.

Wenn Du dann los gehst, denke daran Deine Erwartungshaltung zuhause zu lassen. Sie ist nur hinderlicher Ballast.
Meditation ereignet sich in geistiger Entspannung und eine Zukunftsausrichtung auf Erfolge oder gewünschte Erfahrungen halten die Meditation sehr nachhaltig auf Distanz.

Du gehst einfach los und spürst in Deinen Körper hinein, wie er sich anfühlt. Die Beurteilung, ob gut oder schlecht, brauchst Du jetzt nicht. Du nimmst ihn lediglich wahr wie er sich anfühlt.

Dann spürst Du in die Bereiche Deines Körpers, die angespannt sind und beginnst sie bewusst zu entspannen. Fange unten an und entspanne Dich bis ganz hinauf zu Deinem Scheitel.

Nimm die Muskelbereiche wahr, die Du zum Gehen brauchst. Versuche, sie nacheinander so weit zu entspannen, wie es Dir möglich ist.

Dein Atem ist natürlich, eben so, wie es Dein Körper verlangt.

Rufe Dir in Erinnerung, dass Dein Körper eigenständig ist! Er ist natürlich eng mit Deinem Geist verbunden, aber er ist dennoch eigenständig und hat seine eigenen Bedürfnisse und folgt eigenen Regeln.
Überlasse Deinem Körper jetzt die Führung. Erlaube ihm zu gehen, wie er das möchte. Wenn Du das für Dich still in Dich hinein formulierst, wirst Du bemerken, dass Dein Körper darauf reagiert. Vielleicht will er schneller gehen oder langsamer. Folge ihm. Vertraue ihm.

Öffne Dich! Nimm wahr, was über Deine Sinne in Dich gelangt. Geräusche, die Temperatur der Luft auf Deiner Haut, das Licht, die Umgebung, die Bewegungen um Dich herum. Bewerte nichts. Nimm es einfach wahr und beobachte, was es mit Dir macht. Wenn Du Dich wirklich öffnest, werden Dir Details auffallen, die Dir vorher verborgen waren und vielleicht entsteht dabei ein spontanes Glücksgefühl. Wenn nicht, dann nicht oder vielleicht das nächste Mal. In jedem Fall wirst Du dabei den Zugang zu Deiner inneren Welt spüren.

Konzentriere Dich nun auf Deine Herzgegend. Spüre in Deine Brust hinein, in Dein Herz. Fühle es!
Bleibe bei allem was Du siehst, hörst, spürst oder riechst in Verbindung mit dem Gefühl in Deinem Herzen. Lasse diese Wahrnehmungen verschmelzen zu einer Wahrnehmung.

Bildquelle: Wikipedia

Zu dieser umfassenden Wahrnehmung, die Du jetzt vielleicht hast, füge die Empfindung Deiner Füße im Kontakt mit der Erde hinzu, auf der Du gehst.

Fühle, wie sicher sie Dich trägt. Vielleicht kannst Du Dir vorstellen, dass Energie vom Boden in Deine Füße aufsteigt und sich durch Deine Beine im ganzen Körper ausbreitet. Es ist die energetische Nahrung, welche Dir die Erde schenkt.

Mache Dir Deine Verantwortung bewusst, die Du für die Erde trägst. Du bist innig mit ihr verbunden. Die selben Kräfte und Energien, die in der Erde fließen, fließen auch in Dir. Du und die Erde, ihr sorgt füreinander.

Vielleicht kannst Du diese Empfindungen Deines Körpers, die Wahrnehmungen Deiner Sinne, das Gefühl in Deinem Herzen und die Verbindung zu dieser Erde miteinander verbinden.
Wenn nicht, dann nicht oder vielleicht das nächste Mal…..

Den Awareness-Walk in seiner schönsten Form erleben wir im Wald!
Wald bietet eine beruhigende Ausstrahlung, er ist lebendig und immer frisch. Sein Boden schenkt darüber hinaus ein angenehmes Gehgefühl.
Nicht nur deshalb sollten wir den Wald schätzen und schützen. Er ist uns Menschen nämlich in gewisser Weise sehr ähnlich.
Warum, das erfährst Du hier!

Was ist Meditation? [1]

Der sitzende Buddha
Wer an Meditation denkt, wird sich vermutlich einen Menschen vorstellen, der bewegungslos und aufrecht im Lotossitz verharrt. Vor allem in den buddhistischen Traditionen wird diese Art der meditativen Versenkung geübt.

Buddha-Figur, fotografiert im Buddha-Museum in Traben-Trarbach

Es ist eine der unzähligen Methoden, die Menschen erfunden haben, um ihren Geist aus der Verstrickung mit Illusionen zu befreien, die uns davon abhalten die Wirklichkeit zu erkennen oder nicht erkennen zu wollen und dadurch mit ihr in Konflikt zu geraten, sei es, weil wir uns in Phantasien flüchten oder ihnen unbewusst folgen und dadurch für uns selbst und auch andere Leid erzeugen.

Die Methode des stillen Sitzens geht auf die frühen Yogis zurück und natürlich auf den historischen Buddha, Gautama Siddharta, der vor ca. 2500 Jahren in Indien lebte und lehrte.
Aber es gibt unzählig viele weitere Methoden, die im Laufe der Zeit entstanden. Dazu später mehr.

Der Autopilot
Wenn wir uns unseren Alltag mal genau anschauen und uns achtsam darüber klar werden, was wir da auf welche Art und Weise gewohnheitsmäßig den Tag über tun, werden wir sicher sehr erstaunt sein, wie automatisch alles vonstatten geht und wie wenig wir dabei bewusst anwesend sind. Vielleicht können wir uns manchmal nicht mehr daran erinnern, was wir vor 10 Minuten genau gemacht haben.
Wenn wir uns nicht bewusst sind, dass wir gerade etwas gewohnheitsmäßig tun, dann fehlt die Achtsamkeit und eine Art innerer Autopilot übernimmt automatisch die Steuerung unseres Handelns.
Das ist doch gar nicht schlecht, wirst Du sagen. Ist es auch nicht, wenn es um ganz praktische Alltags-Tätigkeiten geht, über die wir nicht jedes Mal nachdenken brauchen. Warum und bei welchen Gelegenheiten uns der Autopilot aber die Suppe versalzen kann, dazu komme ich später. Damit beschäftigt sich nämlich das Kerngeschäft der meditativen Praxis.

Achtsamkeit, Bewusstheit, Meditation
Diese drei Begriffe sind gewissermaßen „siamesische Drillinge“. Bewusstheit ist die Folge von Achtsamkeit und ohne Achtsamkeit gibt es keine Meditation.
Da haben wir also eine kausale Verkettung.

Heißt das dann, dass ich meditiere, wenn ich mir bewusst bin, was ich gerade tue? Ja, es ist der Einstieg in die Meditation.
Achtsamkeit bedeutet auf sich aufzupassen. Bewusstheit bedeutet genau zu wissen, was jetzt und hier gerade geschieht. Das geht nur, wenn ich achtsam bin.
Achtsamkeit ist somit eine Geistesformation, die der Konzentration sehr ähnlich ist. Ich bin dann mit einem bestimmten Bereich meines Tuns, Denkens oder Fühlens in direktem Kontakt. Eine Ausweitung meiner Achtsamkeit auf weitere, umliegende Bereiche nennt man Gewahrsein.

Ein paar Meter Meditation bitte!
Wenn Du Dich entschließt, ab jetzt jeden Morgen auf dem Weg vom Aufstehen bis zum Bad ganz bewusst wahrzunehmen, was Dein Körper tut und welche Gedanken, Gefühle und Emotionen sich in Dir bewegen, wirst Du nach einigen Tagen staunen, was alles in Dir los ist.
Du wirst vor allem feststellen, wie klebrig Gedanken, Gefühle und Emotionen sind und wie aufdringlich Gedanken beginnen, Dir eine Geschichte über Dich und das Leben zu erzählen.
Das mag ja ganz interessant sein, aber diese Geschichten haben meist gar nichts mit dem zu tun, was hier und jetzt an diesem Morgen auf den paar Metern von Deinem Bett zum Bad wirklich passiert.

Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft
Jeder kennt diese drei Zeitebenen. Oft sind wir jedoch mit Erinnerungen und Planungen beschäftigt, weil unser Verstand uns immerzu vor gefährlichen Situationen zu warnen versucht, die er aus der Vergangenheit in die Zukunft projiziert, egal, ob es mit dem Hier und Jetzt direkt zu tun hat.
Anders formuliert, bewegen wir uns immer zwischen Ängsten und Hoffnungen hin und her.

Annehmen und Loslassen
Es ist eine Grundeigenschaft des Geistes, entweder etwas Unerwünschtes weg zu schieben oder etwas Erwünschtes heran zu ziehen. Das Gegenteil wäre Annehmen und Loslassen und diese innere Haltung zu integrieren, das ist ein Kernanliegen der meditativen Praxis. Es gründet sich auf die Erkenntnis, dass alles vergänglich ist. Es ist ein Kommen und Gehen, Entstehen und Vergehen und sich gegen diesen naturgegebenen Prozess zu stellen, erzeugt Leid. Es bremst den Fluss des Lebens, etwas das Vergehen muss festzuhalten oder etwas das Kommen will weg zu schieben.
Natürlich wirst zu heran ziehen wollen, was Du Dir wünschst und Du wirst weg schieben wollen, was Dir zuwider ist. Allerdings wirst Du das Erwünschte nicht behalten können und das Unerwünschte wird ohnehin wieder vergehen. Das Ganze deutet also auf einen entspannten, gleichmütigen und akzeptierenden Umgang mit Dingen und Ereignissen hin.

Gedanken werden Dinge
Dieser geflügelte Spruch hat es bis in die Quantenphysik geschafft, wo er Bestätigung findet.
Die Materie folgt der Aufmerksamkeit.
Max Planck, Physiker und Begründer der Quantenphysik, beschrieb es mit folgendem Satz: „Es gibt keine Materie, sondern nur ein Gewebe von Energien, dem durch intelligenten Geist Form gegeben wurde. Dieser Geist ist Urgrund aller Materie.„.
Was wir denken und fühlen, ist Ausgangsstoff für das, was wir später als Dinge oder Ereignis sehen können.

Die Hirnforschung auf Buddha’s Spuren
Bis in die 1960er-Jahre waren Religion und Spiritualität kein Thema für die Wissenschaft. Das änderte sich, als der Kardiologe Herbert Benson an der Harvard Medical School begann, sich für die Wirkung der Transzendentalen Meditation des Mararishi Mahesh Yogi zu interessieren.

Bildquelle: Wikipedia, Maharishi Mahesh Yogi 1978

In diesem Zusammenhang kam Benson in Kontakt mit den Bandmitgliedern der „The Beatles“, die damals Anhänger des Yogi waren.
Die Benson-Meditation, auch Relaxation-Response genannt, war seinerzeit Ergebnis der Erforschung der Zusammenhänge zwischen Geistesschulung und Vorgängen im Gehirn.
In den späten 1970er-Jahren entwickelte der amerikanische Molekularbiologe Jon Kabat-Zinn die Methode der Mindfulness-Based Stress-Reduction (MBSR), die als Methode zur Stressbewältigung wissenschaftlich anerkannt bis heute angewendet wird.
Durch EEG-Messungen weiß man, dass Meditation zur Harmonisierung der Gehirnwellenmuster beiträgt. Die analytischen und intuitiven Bereiche des Gehirns gleichen sich aneinander an und durch bewusstes, ruhiges Atmen sorgt das parasympathische Nervensystem für Entspannung und innere Ruhe.

„Die Medizin ist inzwischen wirklich Teil der Medizin.“

Prof. Saki Santorelli (Center Of Mindfulness In Medicine Health Care And Society, Worcester, USA

Der Säuberungsagent
Meditation ist keine Pille, die man einnimmt. Meditation ist vielmehr eine Disziplin, eine Lebenseinstellung, für die es Regeln gibt. Meditation ist eine Reise zu sich selbst, die alles offenbart.
Viele Menschen folgen diesem Trend, der Entspannung, Stressabbau und neue Horizonte für das eigene Erleben verspricht.
Und tatsächlich erweist sich die Meditationspraxis als eine Art Säuberungsagent, der Muster des Denkens und Handelns bewusst werden lässt, so dass diese verändert oder aufgelöst werden können.
Viele Menschen beginnen mit Meditation und erleben, dass es sie an Bereiche in ihnen selbst führt, die ungeliebt sind oder gar unangenehm sind.

„Ein Meditationskurs ist eine Reise nach innen, zu der man bereit sein muss…“

Ayya Khema, buddhistische Nonne der Theravada-Tradition

Man kann Achtsamkeit im Umgang mit sich selbst und der Welt wollen. Man kann Entspannung, Stressabbau, neue Horizonte, Liebe und Mitgefühl wollen, aber es bedarf einer Entscheidung, sich der eigenen inneren Realität zu stellen. Es braucht Willenskraft, um diese Entscheidung herbeizuführen.

Achtsamkeit gegenüber sich selbst kann man lernen und dann üben. Man wird schon nach kurzer Zeit feststellen, dass sich Achtsamkeit immer häufiger ganz von selbst einstellt. Meditation und Achtsamkeit reinigen den Geist von Unbewusstheit ganz automatisch.

Meditation im Alltag
Das Üben von meditativen Methoden kann nie alleine stehen.
Wenn wir unsere innere Entwicklung vorantreiben wollen, müssen wir unseren Alltag unbedingt mit einbeziehen. Halten wir Alltag und meditative Übungen getrennt voneinander, dann wird sich kein Erfolg einstellen.
Die Erfahrungen und Einsichten, die sich während meditativer Übungen zeigen, helfen uns, die Situationen und Umstände des Alltags in einem neuen Licht zu sehen und diese Erkenntnisse können dann in meditativen Übungen weiter vertieft werden.

Kommen wir aber zurück zu unserem inneren Autopiloten.
Ich hatte angesprochen, dass er uns die Suppe des Lebens gründlich versalzen kann, indem er unsere Bewusstheit weitgehend ausschaltet und uns auf der Basis seiner Gewohnheiten und Muster zu Schlafwandlern macht.
Jeder kennt von sich diese automatischen Reaktionen auf bestimmte Situationen, die immer wieder – wie auf Knopfdruck – abgerufen werden. Das ist der Autopilot.
Wir ahnen auch, dass uns verschiedene emotionale Reaktionen zu eigen sind, die wir als Begierde, Ablehnung, Trägheit, Ablenkung oder Unentschlossenheit erleben. Es sind menschliche Reaktionen, die wir ausnahmslos alle haben.
Während der Meditationspraxis kommen wir sehr intensiv mit ihnen in Kontakt und wenn wir konsequent üben, werden sie uns im Alltag immer früher begegnen und wir haben dann die Möglichkeit uns anders zu entscheiden und nicht dem Autopiloten zu folgen.
Das alles geht nicht von heute auf morgen. Es sind viele kleine Schritte. Manchmal zwei Schritte nach vorne und einen zurück und dann wieder nach vorne. Stillstand wird es nicht geben. Darüber sprach schon der Buddha. Es geht entweder vorwärts oder rückwärts. Wir können aber ganz sicher sein: der Geist macht mit. Er ist offen für unsere Bemühungen und er ist lernfähig, was immer wir ihm geben.

Viele Methoden auf zwei Wegen in zwei Richtungen
Anfangs hatte ich erwähnt, dass es unzählige Methoden gibt, die zur Meditation führen können. Nicht für alle ist eine bestimmte Methode die passende. Wir können wählen. Da gibt es stille Methoden bei bewegungslosem Sitzen auf dem Meditationskissen, es gibt aktive Methoden wie Tanz, Yoga, Qigong, Musizieren, achtsames Gehen, Mantrasingen, usw.
Osho hatte in den 1970er-Jahren die aktiven Meditations-Methoden in den Westen gebracht und Tausende Anhänger gefunden. Seine teils kathartischen, Körper betonten Methoden aus Tanzen, Feiern und Toben, schienen für die westlichen Menschen geradezu geschaffen. Auch heute noch erfreuen sich Methoden, wie die Dynamische Meditation, die Kundalini-Meditation uva. großer Beliebtheit.

„Meditation ist die einzige Antwort auf alle Fragen des Menschen. Sei es Frustration, sei es Depression, sei es Traurigkeit, sei es Sinnlosigkeit, sei es Verzweiflung: Die Probleme können vielzählig sein, aber es gibt nur eine Antwort, und die Antwort ist Meditation.“

Osho, Light on the path
Osho in den 1970er-Jahren


Unzählige Methoden, auf zwei Wegen in entweder stiller oder aktiver Form, können nur in zwei Richtungen gehen.
Die eine Richtung ist Ruhe (Samatha). Damit gemeint ist das Üben einer Methode, durch welche der Geist durch Konzentration auf den Atem oder ein anderes Meditationsobjekt von seiner Ablenkbarkeit und Rastlosigkeit zur Ruhe gebracht wird. Es ist eine vorbereitende Übung, von der aus die Meditation in die Richtung der Einsicht (Vipassana) geht. Vipassana bedeutet in sich selbst sehen und Erkanntes bewusst zu erleben. Das Erkannte können Zusammenhänge zwischen Gedanken, Gefühlen, Körperempfindungen und Reaktionen sein oder das Gewahrwerden der Grundstimmung oder die Erkenntnis der Vergänglichkeit beim Auftauchen und Vergehen von Gedanken.

Freundschaft schließen mit sich selbst
Der Sinn von Meditation ist, eine lebenslange Freundschaft mit sich selbst zu schließen, in der Mitgefühl, Liebe, Akzeptanz, Wohlwollen und Wahrhaftigkeit tragende Tugenden sind und ganz selbstverständlich auch nach außen getragen werden.
Der Buddha suchte vor 2500 Jahren einen Weg aus dem menschlichen Leid und er fand diesen Weg auch durch Meditation.
Den Weg aus dem Leid zu finden, bedeutet allerdings nicht, dass man den Schmerz vermeiden könne, denn wer den Schmerz vermeiden will, sperrt auch die Freude aus.
Das Ablehnen von Schmerz und das Festhalten an der Freude erzeugt Leid.
Annehmen und Loslassen befreit uns vom Kampf gegen das Leben, dessen natürlicher Ausdruck Veränderung durch Vergänglichkeit und Erneuerung ist.
Es ist die Entspannung und Öffnung des Geistes und die Hingabe an den Fluss des Lebens, was als grundsätzliche Erinnerung in leuchtender Schrift vor jeder meditativen Praxis auftauchen sollte.

Gefahren der Meditation
Meditation hat viele gute Wirkungen auf unsere Psyche und auch auf unseren Körper. Beides ist ohnehin nicht voneinander zu trennen, beeinflusst sich also auch gegenseitig.
Eine Gefahr besteht darin zu glauben, dass Meditation ein Allheilmittel sei. Das ist sie natürlich nicht.
Gerade Menschen mit manifesten körperlichen Erkrankungen, sollten in jedem Fall auch den Arzt ihres Vertrauens hinzu ziehen und nicht darauf vertrauen, dass sie ihr Problem allein durch Meditation lösen könnten.
Das Gleiche gilt in besonderem Maße für Menschen mit psychischen Erkrankungen.
Aber auch wer sich körperlicher und psychischer Gesundheit erfreuen kann, sollte sich davor hüten Meditation mit unrealistischen und gar zu phantasievollen Erwartungen zu verbinden.
Natürlich gab und gibt es Menschen, die tiefgreifende transzendente Erfahrungen machten und in Zukunft auch immer wieder machen werden.
Der ehrgeizige und sehnsüchtige Wunsch danach kann aber dazu führen, dass man sich in eine Traumwelt einspinnt und den Boden unter den Füßen verliert.
Meditation ist sehr gewöhnlich, bodenständig und direkt. Sie ist so bodenständig, direkt und ehrlich, wie das Leben nur sein kann und deshalb so wertvoll.

Online-Kurse mit Zoom

Zoom ist ein Portal, über das benutzerfreundliche Online-Konferenzen möglich sind.
Ich nutze es für meine Online-Kurse. Für Teilnehmer ist die Nutzung von Zoom kostenlos.Bis auf Weiteres bleibt für Dich die Teilnahme an Online-Meditationen kostenlos!

Online-Meditation mit Yeshi Papamojo
Mittwochs 20:00-21:00 Uhr
Freitags nach Vereinbarung 18:30-19:30 Uhr

Die Zugangslinks findest Du unter Termine!


(1) Um via Zoom an meinen Online-Meditationen teilnehmen zu können und Du noch keinen Account dort hast, musst Du Zoom aufrufen:
https://zoom.us/de-de/meetings.html

(2) Dann klickst Du auf „Kostenlose Registrierung“
https://zoom.us/signup

Dort folgst Du den Anweisungen

(3) Danach kannst Du den Zoom-Client herunterladen:
https://zoom.us/download#client_4meeting

Was Du noch brauchst, ist zumindest ein Mikrofon und optional eine Video-Funktion an Deinem PC oder Laptop.

Der Umgang mit Zoom ist recht einfach und wird gut wird erklärt.

9-fache Atmung

Reinigung der 3 Energiekanäle

Links („kyangma„): männlich, weiß (Mondkanal, Wasserelement)
Mitte („uma„): Raum, blau (Raumkanal, Raumelement)
Rechts („roma„): weiblich, rot (Sonnenkanal, Feuerelement)

Innere Haltung und Motivation
Im Alltag haben sich in meinem Geist störende Energien angesammelt.
Es sind Gedanken der Anhaftung (Gier), Ablehnung, Widerwillen, Schwermut, (Hass) und Egozentrierung (Ego).
Diese störenden Energien atme ich während der Übung durch die drei Lichtkanäle aus.

Handhaltung:
Vajra-Mudra (Daumen eingerollt. Spitze berührt Ringfinger).
Hände liegen in der Ausgangsposition im Schoß.

Bewegungen: Beim Führen der Hände zur Nase Drehbewegung ausführen.

Beschreibung des Ablaufs
Der Kanal, der beim Einatmen zugedrückt wird, wird gereinigt.

Rechten Kanal reinigen (Sonnenkanal, Feuerelement, Hass)
Rechter Zeigefinger verschließt rechtes Nasenloch und links einatmen.
Linker Zeigefinger verschließt linkes Nasenloch und durch Sonnenkanal rechts ausatmen.

3 Durchgänge:
1. leicht, 2. kräftig und 3. kurz und sehr kräftig.
Jeweils beim Einatmen den Atem unter dem Nabel halten.
(Hass, Ärger, Wut und dessen Spuren werden beseitigt. Der Liebe wird Raum gegeben.) Dann rechten Kanal visualisieren und spüren.

Wirkung auf die Physis:
Die bewusste Atmung durch den Sonnenkanal reinigt den Geist von Hass, Ärger und Wut.
Der Sonnenkanal entspricht dem Feuerelement. Durch zu viel Wut, Hass und Ärger entstehen Leber- und Gallekrankheiten und erhöhter Blutdruck.
Durch die energetische Reinigung des Sonnenkanals wird das Feuer harmonisiert.

Linken Kanal reinigen (Mondkanal, Wasserelement, Gier)
Linker Zeigefinger verschließt linkes Nasenloch und rechts einatmen.
Rechter Zeigefinger verschließt rechtes Nasenloch und durch Mondkanal links ausatmen.

3 Durchgänge:
1. leicht, 2. kräftig und 3. kurz und sehr kräftig.
Jeweils beim Einatmen den Atem unter dem Nabel halten.
(Gier, Begierde und deren Spuren werden beseitigt. Dem Mitgefühl wird Raum gegeben) Dann linken Kanal visualisieren und spüren.

Wirkung auf die Physis:
Die bewusste Atmung durch den Mondkanal reinigt den Geist von Gier, Anhaftung und Begierden.
Der Mondkanal entspricht dem Wind- und Wasserelement.
Wenn das Wasser unrein wird, entsteht Anhaftung.
Zu viel Denken erzeugt unreinen Wind.
Die energetische Reinigung des Mondkanals harmonisiert dementsprechend das Wasser- und Windelement.

Mittleren Kanal reinigen (Raumkanal, Raumelement, Ego)
durch beide Nasenlöcher einatmen und durch den Zentralkanal (Raumkanal) ausatmen.

3 Durchgänge:
1. leicht, 2. kräftig und 3. kurz und sehr kräftig.
Jeweils beim Einatmen den Atem unter dem Nabel halten (Ego wird ausgeatmet. Der Zufriedenheit wird Raum gegeben.). Dann abschließend mittleren Kanal visualisieren und spüren.

Wirkung auf die Physis:
Die bewusste Atmung durch den Raumkanal befreit von zu starkem Ego.
Der Raumkanal entspricht dem Erdelement. Ein unreiner Raumkanal erzeugt Blockaden. Energie kann nicht fließen, es entsteht Stagnation. Durch die energetische Reinigung des Raumkanals entsteht (energetischer) Raum, Energie kann wieder fließen.

Sonnenkanal, Mondkanal, Raumkanal:
Wärme (Sonne), Wasser, Wind (Mond) und Erde (Raum) benötigen wir zum Leben. Die Kanäle stehen für die energetische, feinstoffliche Existenz dieser grundlegenden Elemente, die als maßgebliche Kräfte innerhalb der physischen Form des Körpers wirken.

Nadi Shodana (Wechselatmung)

Nadi Shodana ist eine klassische Atemübung aus dem Yoga.
Die Wirkung der Übung ist wissenschaftlich untersucht worden und belegt, dass dadurch eine Synchronisation der beiden Gehirnhälften erreicht wird.

Der Effekt ist, dass die Gehirnwellen der linken und rechten Gehirnhälfte sich angleichen und dadurch eine Harmonisierung von analytischem und intuitivem Denken stattfindet. Zusätzlich werden Störungen wie Depression und Unruhe abgeschwächt.

Einfluss von Nadi Shodana auf das Gehirn:
https://www.yogaderquelle.de/lesesaal/der-einflus-von-nadi-shodana-auf-das-gehirn/

Wissenswertes über das Synchronisieren der Gehirnhälften:
https://www.neuro-programmer.de/gehirnwellen/gehirnhaelften-synchronisieren/

Die Ausführung der Übung ist denkbar einfach.
Man nimmt eine entspannte Meditationshaltung ein und beginnt durch das linke Nasenloch ein zu atmen, während das rechte Nasenloch verschlossen gehalten wird.

Dann verschließt man das linke Nasenloch und atmet durch das rechte Nasenloch aus.

Anschließend atmet man durch das rechte Nasenloch wieder ein. Das linke Nasenloch bleibt verschlossen.
Das ist eine Runde.

Wichtig zu wissen ist, dass jeder Ein- und Ausatemzug jeweils etwa 5-6 Sekunden lang sein sollte…

Die Übung kann 5-10 Minuten durchgeführt werden und eignet sich hervorragend zur Vorbereitung auf die Meditationspraxis!

Nadabrahma-Meditation

Um Missverständnissen vorzubeugen: Nadabrahma steht hier nicht für eine exotische Dame, sondern ist der Name für eine Meditationstechnik, die in Zusammenhang mit dem spirituellen Meister Osho (früher Bhagwan Shree Rajneesh) bereits in den 1970er-Jahren bekannt wurde.
Abgeleitet wurde diese Technik von einer alten tibetischen Meditation.

Bildquelle: Adobe Stock
Bildquelle: Adobe-Stock

Nadabrahma setzt sich aus den zwei Silben Nada (Klang) und Brahma (Welt) zusammen.  „Die Welt ist Klang“. Dies steht für die Bedeutung des Namens, was sich dann auch im Charakter der Übung ausdrückt.

Übende erzeugen während des ersten Teiles dieser 1-stündigen Sitz-Meditation einen Summton und dadurch eine Vibration im ganzen Körper. Was in klassischen tibetischen Meditationen oder im Zen die Achtsamkeit auf den Atem ist und damit als „Anker“ für den Geist dient, das ist bei Nadabrahma die Achtsamkeit auf Klang und Vibration.

Insbesondere die Vibration hat für unser Nervensystem eine sehr positive Wirkung!
Die verlängerte Ausatmung, die durch das Summen entsteht und zur Vibration im Körper führt, erhöht die Aktivität des Parasympathikus („Ruhenerv“) im Verhältnis zum Sympathikus („Stressnerv“). Dies wiederum aktiviert den Vagusnerv, was Glücksgefühle erzeugt und zu innerer und äußerer Entspannung beiträgt. Menschen mit hoher „allostatic load“ (Dauerstress), profitieren sehr davon.

Im zweiten Teil werden die Hände sehr langsam kreisförmig bewegt. Zunächst mit den Handflächen nach oben, dann nach unten. Dabei wird die Abgabe und die Aufnahme von Energie an und vom Kosmos visualisiert.

Die ganze Meditation ist von Musik begleitet, die seinerzeit von Chaitanya Hari Deuter (Georg Deuter), einem Schüler Osho’s, komponiert wurde.

Im letzten Teil folgt eine stille Phase, die im ruhigen Liegen ausgeführt wird. Dabei liegt der Fokus auf der reinen, entspannten Körperwahrnehmung.

Kürzlich habe ich diese wundervolle Meditation wieder entdeckt und war wieder begeistert davon, wie tief sie Körper und Geist entspannt.

Chakra-Loop-Meditation

Die Chakra Loop Meditation ist eine bewegte Atemmeditation, bei der die Chakren aktiviert und miteinander verbunden werden können.Diese Meditation wird traditionell im Stehen geübt. Die Beine sollten etwa schulterbreit stehen. Die Knie sind leicht gebeugt.Beim Einatmen wird das Becken leicht nach hinten gebeugt. Beim Ausatmen wird das Becken wieder nach vorne gebeugt. Möglich ist auch, mit dem Becken eine Kreisbewegung zu beschreiben.Während der Übung, die von Musik begleitet wird, wandert man in der Vorstellung beim Ein- und Ausatmen durch die einzelnen Chakren.Man kann sich vorstellen, dass man beim Einatmen Energie aus der Erde aufnimmt, diese in ein Chakra leitet und in das nachfolgende Chakra ausatmet.Die Bewegung der Hände und Arme kann den Prozess entsprechend begleiten
Der Übungsablauf:

EinatmenAusatmenWas geschieht…
1Muladhara (1)Muladhara (1)Bodenständigkeit u. Erdverbundenheit
2Muladhara (1)Swadhisthana (2)Hingabe an alles Irdische
3Muladhara (1)Manipura (3)Im Irdischen aktiv sein, sich begeistern und die Dinge verändern
4Swadhisthana (2)Manipura (3)Aktivität mit Mut und Hingabe
5Swadhisthana (2)Anahata (4)In der Liebe ins Fließen kommen. Sexualität mit Liebe verbinden
6Manipura (3)Anahata (4)Die Liebe als Wegweiser nutzen
7Manipura (3)Vishudda (5)Sich der Verbindung mit allem bewusst sein
8Anahata (4)Vishudda (5)Sich an der Verbundenheit erfreuen
9Anahata (4)Ajna (6)Mit dem Herzen sehen und verstehen
10Vishudda (5)Ajna (6)Verbundenheit klar spüren
11Vishudda (5)Sahasrara (7)Verbundenheit mit allem erfahren
12Ajna (6)Sahasrara (7)Weisheit

Tonglen – Geburtshilfe für Mitgefühl

Tonglen ist seit etwa 1000 Jahren eine Meditationspraxis des tibetischen Shambala-Buddhismus. Übersetzt bedeutet Tonglen Geben und Nehmen, bzw. Aussenden und Annehmen. Die Praxis nutzt den Atem, um Glück zu geben und Leid zu nehmen.

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Das Prinzip Tonglen sollte nicht als energetisch übersinnlicher Trick verstanden werden, der spontane Veränderungen im Außen zeitigt. Es geht bei dieser Technik alleine um die schrittweise Schulung und das Training des Geistes, was langfristig zu einer echten inneren Entwicklung und Reife führt. Bei dieser Praxis geht es um die Entwicklung von Mitgefühl, Empathie und Herzenswärme. In jedem Fall bewirkt Tonglen im eigenen Bewusstsein die Entwicklung heilsamer Geisteszustände und wirkt sich dementsprechend in der Folge auf das eigene Denken, Fühlen und Handeln aus. Durch die Visualisierung von Schmerz und Leid wird das Sich-Berühren-Lassen gestärkt und die Fixierung auf das eigene Ego wird verringert. Selbstverständlich geht es nicht darum, sich mit dem Einatmen von Schmerz und Leid selbst zu belasten. Es geht vielmehr darum, die eigene Selbstbezogenheit, Gleichgültigkeit und Abgrenzung gegenüber anderen Lebewesen (oder gegenüber sich selbst) zu verringern und sie in Mitgefühl umzuwandeln und das zukünftige Handeln in eine heilsame Form zu verändern. Das übende Bewusstsein wird daraufhin Mittel und Wege suchen und finden, um heilsame Impulse in die Tat umzusetzen. Die Übung des Tonglen nutzt also sowohl der Verbesserung des eigenen empathischen Bewusstseins, als auch anderen Lebewesen, die in der Folge mit dem Übenden in Kontakt kommen.
Eine Falle besteht darin, nur das eigene Leiden in den Fokus der Übung zu stellen und nur dieses eigene Leiden transformieren zu wollen. Der Sinn der Übung besteht aber darin, alle Wesen in den Wunsch nach Glück, Freude und Freiheit von Leiden einzubinden. Das entspricht dem Grundgedanken, dass Wesen nicht voneinander getrennt sind, und dass Glück nichts Exklusives ist. Das Einatmen des Leidens soll nicht als etwas Belastendes empfunden werden. Belastend wird es, sobald ich mich gegen das Leiden wehre und mich davor fürchte. Vielmehr sollte die Vorstellung des Leids als eine Kraft verstanden werden, die mein eigenes Ego auflöst, mich befreit, leichter, offener, mitfühlender und liebevoller macht. Ich öffne mich für alles das, was ist ohne mich dagegen zu wehren. Diese mitfühlende Offenheit und Akzeptanz bewirkt die Entstehung hellen Lichtes, das ich während der Übung an alle Wesen – einschließlich an mich selbst – sende.

Einatmen: man stellt sich vor, dass Schmerz oder sonstiges Leid in Form etwas Dunklem an das eigene Herz herangeführt wird.

Ausatmen: man stellt sich vor, dass helles Licht vom Herzen ausgeht und dorthin gelangt, wo es benötigt wird, um Schmerzen zu lindernoder sonstiges Leid aufzulösen.

Das Tonglen sollte in jedem Fall unter Anleitung erlernt werden, da es eine sehr intensive, tief gehende Praxis ist, bei der einige wichtige Details zur Vorbereitung beachtet werden sollten.