Was ist Meditation? [3]

Der Konfuse Geist

Viele Gründe bewegen Menschen dazu mit Meditation zu beginnen.
Manche suchen einfach innere Ruhe, andere haben vielleicht Schlafstörungen, wieder andere sind von der Voraussicht auf transzendente Erfahrungen motiviert und wieder andere sind einfach neugierig und wollen sich das mal anschauen.

Bildquelle: Fotalia

Ganz gleich, welche Erwägungen Pate standen, alle werden in der ersten Zeit die gleiche Art von Erfahrung machen.
Sie werden feststellen, dass ihr Geist keine sauber aufgeräumte Stube ist, sondern sich von einer recht chaotischen Seite zeigen wird.

Bei den ersten Versuchen – und auch später noch – tauchen alle möglichen Gedanken auf, ablehnende und begehrende Emotionen und körperliche Empfindungen. Ruhe und Entspannung lassen vergeblich auf sich warten.

Wer im Alltag gewohnt ist, sich effektiv mit allerlei Beschäftigung abzulenken oder ein stressiges Leben führt, ist ständig mit einen umtriebigen Geist unterwegs. In der Meditation hätte man sich jetzt etwas Anderes gewünscht.

Unser Geist macht aber eben nur das, was ihm von uns aufgetragen wurde. Beschäftigung, Vernetzung und Sammeln von Informationen, sind dabei seine natürliche Lieblingsbeschäftigung.
Kann man von jemandem erwarten, dass er von heute auf morgen den Hürdenlauf meistert, wenn er Bewegung nicht gewohnt ist? Sicher nicht. Mit dem Geist ist es im Prinzip das Selbe. Er muss und will trainiert werden. Deshalb verwendet man für die Meditation gerne den Begriff der Geistesschulung.

Die Sicht wird frei

Wenn die Meditationspraxis dazu führt, dass die Sicht frei wird, hört sich das schon mal gut an.
Wie schön ist es doch auch, alles klar sehen zu können, wenn man mal die Fenster seiner Wohnung gründlich geputzt hat. Da kommt endlich Licht herein, die Farben werden kräftiger und die Konturen werden schärfer.

Was man aber auch klarer sieht, ist der Unrat, der sich im Laufe der Jahre vor der Haustüre angesammelt hat. Der war zuvor kaum erkennbar gewesen.
Mit unserer Innenwelt ist das nicht anders. Die Konturen der angenehmen Aspekte des Daseins werden schärfer und Gedanken, die sonst nur im Hintergrund ihr Spektakel veranstalteten, kommen während der Meditation aber auch in den Blickpunkt.

Das ist der Moment, an dem sich viele Übende fragen, ob sie sich das wirklich anschauen wollen. Es liegt dann einerseits an der Willenskraft und andererseits an der Unterstützung eines Meditationslehrers, Motivation und Anreize nicht versiegen zu lassen.
Was nämlich folgt, sollte Mut machen und Motivation schaffen.

Motivation fördern

Auch wenn die Meditations-Sitzungen in der ersten Zeit nicht gleich die gewünschte Ruhe bringen, so fördern sie doch interessante Aspekte des Geistes zutage.
Wir merken, dass der Geist beschäftigt sein will, wie ein lebhaftes Kind. dabei springt er von einer Ablenkung zu anderen.
Um ihn zur Ruhe zu bringen wird uns ein Meditationslehrer ein Meditationsobjekt anbieten. In der Regel ist das unser eigener Atem, der von selbst abläuft und auf den man den Geist richten kann, um ihn zu beruhigen.
Als Meditationsobjekt kann aber auch der Körper als Gesamtes dienen, indem man aufmerksam in die einzelnen Bereiche des Körpers hinein spürt, die Empfindung unbewertet wahrnimmt und dann zum nächsten Bereich wechselt.
Selbstverständlich können auch äußere Reize, wie Musik oder die Betrachtung eines Bildes den Geist beruhigen.
Es darf ausprobiert werden, was einem besser liegt. Später zu einem anderen Meditationsobjekt zu wechseln ist immer möglich.

Von der Methode zur Meditation

Wenn wir z.B. die Atembetrachtung als Meditationsobjekt für uns gewählt haben und wir damit einigermaßen zurecht kommen, weil wir den Geist von ablenkenden Gedanken immer wieder zum Anker des Atems zurückbringen können, dann haben wir eine Methode.
Die Methode ist ein Werkzeug oder eine Hilfestellung. Sie ist noch nicht die Meditation.
Als wir noch Kinder waren und das Fahrradfahren lernen wollten, haben uns unsere Eltern vielleicht Stützräder an unser Rad gebaut, damit wir auf unseren ersten Fahrversuchen ein Gefühl für unser Fahrrad bekommen und nicht zur Seite weg kippen. Irgendwann, mit zunehmender Übung, merken wir, dass wir die zusätzlichen Räder immer seltener brauchen.
Das Gleiche geschieht bei der Meditation. Wir trainieren unseren Geist dazu, für Momente ruhig und fokussiert zu sein und mit zunehmender Übung stellen sich diese Momente immer öfter ein. Dann erleben wir, wie sich um unseren Atem panoramaartig ein stiller Raum in uns weitet und wir erleben die ersten Momente in Meditation.

Was ist Meditation? [2]

Meditation ist etwas sehr Gewöhnliches

Viele Menschen glauben, dass Meditation immer mit mystisch transzendenten Erfahrungen zu tun haben muss.
Das kann natürlich irgendwann geschehen, aber die meditative Realität für die allermeisten Menschen sieht dann doch sehr viel gewöhnlicher aus und das ist keineswegs schlimm, sondern völlig in Ordnung.

Oft wird gefragt, woran man merkt, dass man meditiert?
Die Frage ist schnell beantwortet.
Man meditiert, sobald man sich bewusst ist, welche Gedanken, Gefühle, Emotionen und Empfindungen in einem selbst gerade aktiv sind.

Der Buddha soll mal einen seiner Zuhörer gefragt haben, ob er sich bewusst sei, dass sich seine große Zehe ständig bewegt?
Der Zuhörer muss sehr erstaunt gewesen sein, denn er war sich dieser Bewegung nicht bewusst. Also war er nicht in Meditation.

„Ohne Achtsamkeit gibt es keine Meditation!“, war ein Ausspruch, den man von Ayya Khema (buddhistische Nonne der Theravada-Tradition) sehr oft hören konnte.
Achtsamkeit bedeutet auf sich selbst aufpassen oder gewahr sein, was in einem gerade passiert.
Besonders achtsam bin ich, wenn ich einen Moment innehalte und in mich schaue! Dann werde ich vielleicht wahrnehmen, dass da gerade ein Gedanke auftaucht oder mir wird meine Grundstimmung bewusst, die ich schon den ganzen Tag mit mir herumtrage.

Das sind Geistesformationen, die leicht aufgespürt werden können. Sie sind ganz an der Oberfläche. Natürlich gibt es Menschen, die sich auch damit etwas schwer tun.
Je mehr ich Achtsamkeit übe, desto mehr wird es der Betrachtung eines Bildes als Ganzes entsprechen, anstatt der Betrachtung einzelner Details, die voneinander getrennt sind. Die Betrachtung des Ganzen kommt nach und nach.

Meditation geht aber weiter. Viel weiter!
Die oberflächlichen Geistesformationen aus Gedanken, Gefühlen, Empfindungen und Emotionen gleichen den Wellen auf einem See. Ich schaue hin und sehe die Wellen, aber ich kann noch nicht unter die Oberfläche schauen.
Sobald sich der See beruhigt hat, kann ich in die Tiefe schauen und erkennen, was dort alles vorhanden ist. Die Ruhemeditation (Samatha) beruhigt das oberflächliche Kräuseln. Die Einsichtsmeditation (Vipassana) bringt tiefere Erkenntnisse zur Wirkungsweise des Geistes.

Das bedeutet also, die oberflächlichen Formationen meines Geistes zu beruhigen, um in seine tieferen Sphären vordringen zu können.
Auch dort bewegen sich Gedanken und Gefühle, aber sie werden – je tiefer ich vordringe – immer feiner und subtiler. Oft sind es sinnlos anmutende Gedankenfetzen, Fragmente von Gedanken und Gefühlen, die kurz aufblitzen und wieder verschwinden. Da werden auch Bilder sein, Gesichter und Landschaften, die mir fremd erscheinen können. Der Geist ist auch in der Tiefe aktiv.

Je tiefer ich vordringe, desto ruhiger wird es werden, bis sich irgendwann eine entzückende, friedliche Stille als erste Stufe der Meditation einstellt.
Bis zur Erleuchtung, so ist es vom Buddha überliefert, gibt es acht Stufen zu durchlaufen.

Was ist Meditation? [1]

Der sitzende Buddha
Wer an Meditation denkt, wird sich vermutlich einen Menschen vorstellen, der bewegungslos und aufrecht im Lotossitz verharrt. In vor allem buddhistischen Klöstern wird diese Art der meditativen Versenkung geübt.

Buddha-Figur, fotografiert im Buddha-Museum in Traben-Trarbach

Es ist eine der unzähligen Methoden, die Menschen erfunden haben, um ihren Geist zu reinigen – zu „läutern“ wie man auch sagt – und in tiefere Bewusstseinszustände zu finden. Diese Methode des stillen Sitzens geht auf die frühen Yogis zurück und natürlich auf den historischen Buddha, Gautama Siddharta.
Aber es gibt unzählig viele weitere Methoden. Dazu später mehr.

Der Autopilot
Wenn wir uns unseren Alltag mal genau anschauen und uns achtsam darüber klar werden, was wir da auf welche Art und Weise gewohnheitsmäßig den Tag über tun, werden wir sicher sehr erstaunt sein, wie automatisch alles vonstatten geht und wie wenig wir dabei bewusst anwesend sind. Vielleicht können wir uns manchmal nicht mehr daran erinnern, was wir vor 10 Minuten genau gemacht haben.
Wenn wir uns nicht bewusst sind, dass wir gerade etwas gewohnheitsmäßig tun, dann fehlt die Achtsamkeit und eine Art innerer Autopilot übernimmt die Steuerung unseres Handelns.
Das ist doch gar nicht schlecht, wirst Du sagen. Ist es auch nicht, wenn es um ganz praktische Alltags-Tätigkeiten geht, über die wir nicht jedes Mal nachdenken brauchen. Warum und bei welchen Gelegenheiten uns der Autopilot aber die Suppe versalzen kann, dazu komme ich später. Damit beschäftigt sich nämlich das Kerngeschäft der meditativen Praxis.

Achtsamkeit, Bewusstheit, Meditation
Diese drei Begriffe sind gewissermaßen „siamesische Drillinge“. Bewusstheit ist die Folge von Achtsamkeit und ohne Achtsamkeit gibt es keine Meditation.
Da haben wir also eine kausale Verkettung.

Heißt das dann, dass ich meditiere, wenn ich mir bewusst bin, was ich gerade tue? Ja, es ist der Einstieg in die Meditation.
Achtsamkeit bedeutet auf sich aufzupassen. Bewusstheit bedeutet genau zu wissen, was jetzt und hier gerade geschieht. Das geht nur, wenn ich achtsam bin.

Ein paar Meter Meditation bitte!
Wenn Du Dich entschließt, ab jetzt jeden Morgen auf dem Weg vom Aufstehen bis zum Bad ganz bewusst wahrzunehmen, was Dein Körper tut und welche Gedanken, Gefühle und Emotionen sich in Dir bewegen, wirst Du nach einigen Tagen staunen, was alles in Dir los ist.
Du wirst vor allem feststellen, wie klebrig Gedanken, Gefühle und Emotionen sind und wie aufdringlich Gedanken beginnen, Dir eine Geschichte über Dich und das Leben zu erzählen.
Das mag ja ganz interessant sein, aber diese Geschichten haben meist gar nichts mit dem zu tun, was hier und jetzt an diesem Morgen auf den paar Metern von Deinem Bett zum Bad wirklich passiert.

Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft
Jeder kennt diese drei Zeitebenen. Oft sind wir jedoch mit Erinnerungen und Planungen beschäftigt, weil unser Verstand uns immerzu vor gefährlichen Situationen zu warnen versucht, die er aus der Vergangenheit in die Zukunft projiziert, egal, ob es mit dem Hier und Jetzt direkt zu tun hat.
Anders formuliert, bewegen wir uns immer zwischen Ängsten und Hoffnungen hin und her.

Gedanken werden Dinge
Dieser geflügelte Spruch hat es bis in die Quantenphysik geschafft, wo er Bestätigung findet.
Die Materie folgt der Aufmerksamkeit, die als Geistesformation bezeichnet wird.
Max Planck, Physiker und Begründer der Quantenphysik, beschrieb es mit folgendem Satz: „Es gibt keine Materie, sondern nur ein Gewebe von Energien, dem durch intelligenten Geist Form gegeben wurde. Dieser Geist ist Urgrund aller Materie.„.
Was wir denken und fühlen, ist Ausgangsstoff für das, was wir später als Dinge oder Ereignis sehen können.

Die Hirnforschung auf Buddha’s Spuren
Bis in die 1960er-Jahre waren Religion und Spiritualität kein Thema für die Wissenschaft. Das änderte sich, als der Kardiologe Herbert Benson an der Harvard Medical School begann, sich für die Wirkung der Transzendentalen Meditation des Mararishi Mahesh Yogi zu interessieren.

Bildquelle: Wikipedia, Maharishi Mahesh Yogi 1978

In diesem Zusammenhang kam Benson in Kontakt mit den Bandmitgliedern der „The Beatles“, die damals Anhänger des Yogi waren.
Die Benson-Meditation, auch Relaxation-Response genannt, war seinerzeit Ergebnis der Erforschung der Zusammenhänge zwischen Geistesschulung und Vorgängen im Gehirn.
In den späten 1970er-Jahren entwickelte der amerikanische Molekularbiologe Jon Kabat-Zinn die Methode der Mindfulness-Based Stress-Reduction (MBSR), die als Methode zur Stressbewältigung wissenschaftlich anerkannt bis heute angewendet wird.
Durch EEG-Messungen weiß man, dass Meditation zur Harmonisierung der Gehirnwellenmuster beiträgt. Die analytischen und intuitiven Bereiche des Gehirns gleichen sich aneinander an und durch bewusstes, ruhiges Atmen sorgt das parasympathische Nervensystem für Entspannung und innere Ruhe.

„Die Medizin ist inzwischen wirklich Teil der Medizin.“

Prof. Saki Santorelli (Center Of Mindfulness In Medicine Health Care And Society, Worcester, USA

Der Säuberungsagent
Meditation ist keine Pille, die man einnimmt. Meditation ist vielmehr eine Disziplin, eine Lebenseinstellung, für die es Regeln gibt. Meditation ist eine Reise zu sich selbst, die alles offenbart.
Viele Menschen folgen diesem Trend, der Entspannung, Stressabbau und neue Horizonte für das eigene Erleben verspricht.
Und tatsächlich erweist sich die Meditationspraxis als eine Art Säuberungsagent, der Muster des Denkens und Handelns bewusst werden lässt, so dass diese verändert oder aufgelöst werden können.
Viele Menschen beginnen mit Meditation und erleben, dass es sie an Bereiche in ihnen selbst führt, die ungeliebt sind oder gar unangenehm sind.

„Ein Meditationskurs ist eine Reise nach innen, zu der man bereit sein muss…“

Ayya Khema, buddhistische Nonne der Theravada-Tradition

Man kann Achtsamkeit im Umgang mit sich selbst und der Welt wollen. Man kann Entspannung, Stressabbau, neue Horizonte, Liebe und Mitgefühl wollen, aber es bedarf einer Entscheidung, sich der eigenen inneren Realität zu stellen. Es braucht Willenskraft, um diese Entscheidung herbeizuführen.

Achtsamkeit gegenüber sich selbst kann man lernen und dann üben. Man wird schon nach kurzer Zeit feststellen, dass sich Achtsamkeit immer häufiger ganz von selbst einstellt. Meditation und Achtsamkeit reinigen den Geist von Unbewusstheit ganz automatisch.

Meditation im Alltag
Das Üben von meditativen Methoden kann nie alleine stehen.
Wenn wir unsere innere Entwicklung vorantreiben wollen, müssen wir unseren Alltag unbedingt mit einbeziehen. Halten wir Alltag und meditative Übungen getrennt voneinander, dann wird sich kein Erfolg einstellen.
Die Erfahrungen und Einsichten, die sich während meditativer Übungen zeigen, helfen uns, die Situationen und Umstände des Alltags in einem neuen Licht zu sehen und diese Erkenntnisse können dann in meditativen Übungen weiter vertieft werden.

Kommen wir aber zurück zu unserem inneren Autopiloten.
Ich hatte angesprochen, dass er uns die Suppe des Lebens gründlich versalzen kann, indem er unsere Bewusstheit weitgehend ausschaltet und uns auf der Basis seiner Gewohnheiten und Muster zu Schlafwandlern macht.
Jeder kennt von sich diese automatischen Reaktionen auf bestimmte Situationen, die immer wieder – wie auf Knopfdruck – abgerufen werden. Das ist der Autopilot.
Wir ahnen auch, dass uns verschiedene emotionale Reaktionen zu eigen sind, die wir als Begierde, Ablehnung, Trägheit, Ablenkung oder Unentschlossenheit erleben. Es sind menschliche Reaktionen, die wir ausnahmslos alle haben.
Während der Meditationspraxis kommen wir sehr intensiv mit ihnen in Kontakt und wenn wir konsequent üben, werden sie uns im Alltag immer früher begegnen und wir haben dann die Möglichkeit uns anders zu entscheiden und nicht dem Autopiloten zu folgen.
Das alles geht nicht von heute auf morgen. Es sind viele kleine Schritte. Manchmal zwei Schritte nach vorne und einen zurück und dann wieder nach vorne. Stillstand wird es nicht geben. Darüber sprach schon der Buddha. Es geht entweder vorwärts oder rückwärts. Wir können aber ganz sicher sein: der Geist macht mit. Er ist offen für unsere Bemühungen und er ist lernfähig, was immer wir ihm geben.

Viele Methoden auf zwei Wegen in zwei Richtungen
Anfangs hatte ich erwähnt, dass es unzählige Methoden gibt, die zur Meditation führen können. Nicht für alle ist eine bestimmte Methode die passende. Wir können wählen. Da gibt es stille Methoden bei bewegungslosem Sitzen auf dem Meditationskissen, es gibt aktive Methoden wie Tanz, Yoga, Qigong, Musizieren, achtsames Gehen, Mantrasingen, usw.
Osho hatte in den 1970er-Jahren die aktiven Meditations-Methoden in den Westen gebracht und Tausende Anhänger gefunden. Seine teils kathartischen, Körper betonten Methoden aus Tanzen, Feiern und Toben, schienen für die westlichen Menschen geradezu geschaffen. Auch heute noch erfreuen sich Methoden, wie die Dynamische Meditation, die Kundalini-Meditation uva. großer Beliebtheit.

„Meditation ist die einzige Antwort auf alle Fragen des Menschen. Sei es Frustration, sei es Depression, sei es Traurigkeit, sei es Sinnlosigkeit, sei es Verzweiflung: Die Probleme können vielzählig sein, aber es gibt nur eine Antwort, und die Antwort ist Meditation.“

Osho, Light on the path
Osho in den 1970er-Jahren


Unzählige Methoden, auf zwei Wegen in entweder stiller oder aktiver Form, können nur in zwei Richtungen gehen.
Die eine Richtung ist Ruhe (Samatha). Damit gemeint ist das Üben einer Methode, durch welche der Geist durch Konzentration auf den Atem oder ein anderes Meditationsobjekt von seiner Ablenkbarkeit und Rastlosigkeit zur Ruhe gebracht wird. Es ist eine vorbereitende Übung, von der aus die Meditation in die Richtung der Einsicht (Vipassana) geht. Vipassana bedeutet in sich selbst sehen und Erkanntes bewusst zu erleben. Das Erkannte können Zusammenhänge zwischen Gedanken, Gefühlen, Körperempfindungen und Reaktionen sein oder das Gewahrwerden der Grundstimmung oder die Erkenntnis der Vergänglichkeit beim Auftauchen und Vergehen von Gedanken.

Freundschaft schließen mit sich selbst
Der Sinn von Meditation ist, eine lebenslange Freundschaft mit sich selbst zu schließen, in der Mitgefühl, Liebe, Akzeptanz, Wohlwollen und Wahrhaftigkeit tragende Tugenden sind und ganz selbstverständlich auch nach außen getragen werden.
Der Buddha suchte vor 2500 Jahren einen Weg aus dem menschlichen Leid und er fand diesen Weg auch durch Meditation.
Den Weg aus dem Leid zu finden, bedeutet allerdings nicht, dass man den Schmerz vermeiden könne, denn wer den Schmerz vermeiden will, sperrt auch die Freude aus.
Das Ablehnen von Schmerz und das Festhalten an der Freude erzeugt Leid.
Annehmen und Loslassen befreit uns vom Kampf gegen das Leben, dessen natürlicher Ausdruck Veränderung durch Vergänglichkeit und Erneuerung ist.
Es ist die Entspannung und Öffnung des Geistes und die Hingabe an den Fluss des Lebens, was als grundsätzliche Erinnerung in leuchtender Schrift vor jeder meditativen Praxis auftauchen sollte.

Gefahren der Meditation
Meditation hat viele gute Wirkungen auf unsere Psyche und auch auf unseren Körper. Beides ist ohnehin nicht voneinander zu trennen, beeinflusst sich also auch gegenseitig.
Eine Gefahr besteht darin zu glauben, dass Meditation ein Allheilmittel sei. Das ist sie natürlich nicht.
Gerade Menschen mit manifesten körperlichen Erkrankungen, sollten in jedem Fall auch den Arzt ihres Vertrauens hinzu ziehen und nicht darauf vertrauen, dass sie ihr Problem allein durch Meditation lösen könnten.
Das Gleiche gilt in besonderem Maße für Menschen mit psychischen Erkrankungen.
Aber auch wer sich körperlicher und psychischer Gesundheit erfreuen kann, sollte sich davor hüten Meditation mit unrealistischen und gar zu phantasievollen Erwartungen zu verbinden.
Natürlich gab und gibt es Menschen, die tiefgreifende transzendente Erfahrungen machten und in Zukunft auch immer wieder machen werden.
Der ehrgeizige und sehnsüchtige Wunsch danach kann aber dazu führen, dass man sich in eine Traumwelt einspinnt und den Boden unter den Füßen verliert.
Meditation ist sehr gewöhnlich, bodenständig und direkt. Sie ist so bodenständig, direkt und ehrlich, wie das Leben nur sein kann und deshalb so wertvoll.