Samatha und Vipassana

Samatha und Vipassana sind Sanskrit-Begriffe und beziehen sich auf die beiden Richtungen, in die Meditation gehen kann.

Li Dingzeyu auf Unsplash.com

Samatha

Samatha bedeutet ruhiges Verweilen und zielt darauf ab, den Geist durch eine entsprechende Methode zur Ruhe zu bringen.
Samatha ist selbst keine Methode, sondern eine der beiden Richtungen, in die Meditation gehen kann.
Die stille Sitzmeditation mit Atembetrachtung, ist eine klassische Methode, mit der Samatha geübt wird. Die Betrachtung des Atems ist in diesem Fall das sogenannte Meditationsobjekt.
Übende konzentrieren sich dabei auf die Wahrnehmung der Atembewegung und halten dadurch den Geist fokussiert in dieser Wahrnehmung (exekutive Aufmerksamkeit).
Ein anderes Meditationsobjekt wird in der Stück-für-Stück-Methode verwendet. Hier findet nicht die Betrachtung des Atems statt, sondern die abwechselnde Wahrnehmung einzelner Körperbereiche (selektive Aufmerksamkeit).

Vipassana

Vipassana bedeutet Einsicht in die Natur der Dinge. Es bedeutet Einsicht zu nehmen in sich selbst und die Prozesse und Muster zu erkennen, in denen der Geist arbeitet.
Vipassana ist die andere Richtung, in die Meditation gehen kann.

Mit Einsicht ist hier keine intellektuelle Einsicht gemeint, sondern ein plötzliches, nichtbegriffliches, nichtsprachliches Verstehen, für das in diesem Moment noch keine beschreibenden Worte verfügbar sein müssen.
Klassisch richtet man die Wahrnehmung auf die Vergänglichkeit der Dinge, Gedanken und Gefühle (Anicca), auf das Erleben von Unerfülltheit durch z.B. körperliche Missempfindungen oder durch Langeweile oder sonstige Abneigungen (dukkha) und schließlich auf die Substanzlosigkeit aller Dinge (anatta). Letzteres bedeutet, dass alles nicht aus sich selbst besteht, sondern das Produkt aus einer Vielzahl von Teilen ist.
Das Üben von Vipassana ähnelt sehr der Kontemplation, bei der man in entspannter innerer Haltung Gedanken und Einsichten in Bezug auf ein bestimmtes Thema aufsteigen lässt, was zu Klarheit und Verständnis führt.


Siehe auch „Drei Komponenten der Aufmerksamkeit

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