Awareness-Walk – meditatives Gehen

Eine weitere schöne Methode unter vielen…

…ist Awareness-Walk oder meditatives Gehen.

Wie die Bezeichnung schon vermuten lässt, darf Awareness-Walk zu den aktiven Methoden gezählt werden, und da sie eben eine Methode ist, darf sie nicht mit Meditation selbst verwechselt werden, eben so, wie das für alle anderen Meditations-Methoden auch gilt. Es ist lediglich eine Methode, die den Einstieg in Meditation erleichtert.

Bildquelle: Brian Mann, lizenzfreie Bilder auf unsplash.com

Das Besondere an Awareness-Walk ist, dass Du es immer und überall dort üben kannst, wo Du Fuß unterwegs bist. Du brauchst keine musikalische Begleitung und keinen Meditationsraum. Nur Du selbst und der Boden ist nötig, auf dem Du gehst.

Wie geht das nun?

Je nach Wetterlage und Bodenbeschaffenheit, kannst Du barfuß gehen oder natürlich Schuhe tragen. Das bleibt Dir überlassen. Barfuß ist die Erfahrung natürlich intensiver und um Erfahrung geht es ja. Aber entscheide selbst.

Wenn Du dann los gehst, denke daran Deine Erwartungshaltung zuhause zu lassen. Sie ist nur hinderlicher Ballast.
Meditation ereignet sich in geistiger Entspannung und eine Zukunftsausrichtung auf Erfolge oder gewünschte Erfahrungen halten die Meditation sehr nachhaltig auf Distanz.

Du gehst einfach los und spürst in Deinen Körper hinein, wie er sich anfühlt. Die Beurteilung, ob gut oder schlecht, brauchst Du jetzt nicht. Du nimmst ihn lediglich wahr wie er sich anfühlt.

Dann spürst Du in die Bereiche Deines Körpers, die angespannt sind und beginnst sie bewusst zu entspannen. Fange unten an und entspanne Dich bis ganz hinauf zu Deinem Scheitel.

Nimm die Muskelbereiche wahr, die Du zum Gehen brauchst. Versuche, sie nacheinander so weit zu entspannen, wie es Dir möglich ist.

Dein Atem ist natürlich, eben so, wie es Dein Körper verlangt.

Rufe Dir in Erinnerung, dass Dein Körper eigenständig ist! Er ist natürlich eng mit Deinem Geist verbunden, aber er ist dennoch eigenständig und hat seine eigenen Bedürfnisse und folgt eigenen Regeln.
Überlasse Deinem Körper jetzt die Führung. Erlaube ihm zu gehen, wie er das möchte. Wenn Du das für Dich still in Dich hinein formulierst, wirst Du bemerken, dass Dein Körper darauf reagiert. Vielleicht will er schneller gehen oder langsamer. Folge ihm. Vertraue ihm.

Öffne Dich! Nimm wahr, was über Deine Sinne in Dich gelangt. Geräusche, die Temperatur der Luft auf Deiner Haut, das Licht, die Umgebung, die Bewegungen um Dich herum. Bewerte nichts. Nimm es einfach wahr und beobachte, was es mit Dir macht. Wenn Du Dich wirklich öffnest, werden Dir Details auffallen, die Dir vorher verborgen waren und vielleicht entsteht dabei ein spontanes Glücksgefühl. Wenn nicht, dann nicht oder vielleicht das nächste Mal. In jedem Fall wirst Du dabei den Zugang zu Deiner inneren Welt spüren.

Konzentriere Dich nun auf Deine Herzgegend. Spüre in Deine Brust hinein, in Dein Herz. Fühle es!
Bleibe bei allem was Du siehst, hörst, spürst oder riechst in Verbindung mit dem Gefühl in Deinem Herzen. Lasse diese Wahrnehmungen verschmelzen zu einer Wahrnehmung.

Bildquelle: Wikipedia

Zu dieser umfassenden Wahrnehmung, die Du jetzt vielleicht hast, füge die Empfindung Deiner Füße im Kontakt mit der Erde hinzu, auf der Du gehst.

Fühle, wie sicher sie Dich trägt. Vielleicht kannst Du Dir vorstellen, dass Energie vom Boden in Deine Füße aufsteigt und sich durch Deine Beine im ganzen Körper ausbreitet. Es ist die energetische Nahrung, welche Dir die Erde schenkt.

Mache Dir Deine Verantwortung bewusst, die Du für die Erde trägst. Du bist innig mit ihr verbunden. Die selben Kräfte und Energien, die in der Erde fließen, fließen auch in Dir. Du und die Erde, ihr sorgt füreinander.

Vielleicht kannst Du diese Empfindungen Deines Körpers, die Wahrnehmungen Deiner Sinne, das Gefühl in Deinem Herzen und die Verbindung zu dieser Erde miteinander verbinden.
Wenn nicht, dann nicht oder vielleicht das nächste Mal…..

9-fache Atmung

Reinigung der 3 Energiekanäle

Links („kyangma„): männlich, weiß (Mondkanal, Wasserelement)
Mitte („uma„): Raum, blau (Raumkanal, Raumelement)
Rechts („roma„): weiblich, rot (Sonnenkanal, Feuerelement)

Innere Haltung und Motivation
Im Alltag haben sich in meinem Geist störende Energien angesammelt.
Es sind Gedanken der Anhaftung (Gier), Ablehnung, Widerwillen, Schwermut, (Hass) und Egozentrierung (Ego).
Diese störenden Energien atme ich während der Übung durch die drei Lichtkanäle aus.

Handhaltung:
Vajra-Mudra (Daumen eingerollt. Spitze berührt Ringfinger).
Hände liegen in der Ausgangsposition im Schoß.

Bewegungen: Beim Führen der Hände zur Nase Drehbewegung ausführen.

Beschreibung des Ablaufs
Der Kanal, der beim Einatmen zugedrückt wird, wird gereinigt.

Rechten Kanal reinigen (Sonnenkanal, Feuerelement, Hass)
Rechter Zeigefinger verschließt rechtes Nasenloch und links einatmen.
Linker Zeigefinger verschließt linkes Nasenloch und durch Sonnenkanal rechts ausatmen.

3 Durchgänge:
1. leicht, 2. kräftig und 3. kurz und sehr kräftig.
Jeweils beim Einatmen den Atem unter dem Nabel halten.
(Hass, Ärger, Wut und dessen Spuren werden beseitigt. Der Liebe wird Raum gegeben.) Dann rechten Kanal visualisieren und spüren.

Wirkung auf die Physis:
Die bewusste Atmung durch den Sonnenkanal reinigt den Geist von Hass, Ärger und Wut.
Der Sonnenkanal entspricht dem Feuerelement. Durch zu viel Wut, Hass und Ärger entstehen Leber- und Gallekrankheiten und erhöhter Blutdruck.
Durch die energetische Reinigung des Sonnenkanals wird das Feuer harmonisiert.

Linken Kanal reinigen (Mondkanal, Wasserelement, Gier)
Linker Zeigefinger verschließt linkes Nasenloch und rechts einatmen.
Rechter Zeigefinger verschließt rechtes Nasenloch und durch Mondkanal links ausatmen.

3 Durchgänge:
1. leicht, 2. kräftig und 3. kurz und sehr kräftig.
Jeweils beim Einatmen den Atem unter dem Nabel halten.
(Gier, Begierde und deren Spuren werden beseitigt. Dem Mitgefühl wird Raum gegeben) Dann linken Kanal visualisieren und spüren.

Wirkung auf die Physis:
Die bewusste Atmung durch den Mondkanal reinigt den Geist von Gier, Anhaftung und Begierden.
Der Mondkanal entspricht dem Wind- und Wasserelement.
Wenn das Wasser unrein wird, entsteht Anhaftung.
Zu viel Denken erzeugt unreinen Wind.
Die energetische Reinigung des Mondkanals harmonisiert dementsprechend das Wasser- und Windelement.

Mittleren Kanal reinigen (Raumkanal, Raumelement, Ego)
durch beide Nasenlöcher einatmen und durch den Zentralkanal (Raumkanal) ausatmen.

3 Durchgänge:
1. leicht, 2. kräftig und 3. kurz und sehr kräftig.
Jeweils beim Einatmen den Atem unter dem Nabel halten (Ego wird ausgeatmet. Der Zufriedenheit wird Raum gegeben.). Dann abschließend mittleren Kanal visualisieren und spüren.

Wirkung auf die Physis:
Die bewusste Atmung durch den Raumkanal befreit von zu starkem Ego.
Der Raumkanal entspricht dem Erdelement. Ein unreiner Raumkanal erzeugt Blockaden. Energie kann nicht fließen, es entsteht Stagnation. Durch die energetische Reinigung des Raumkanals entsteht (energetischer) Raum, Energie kann wieder fließen.

Sonnenkanal, Mondkanal, Raumkanal:
Wärme (Sonne), Wasser, Wind (Mond) und Erde (Raum) benötigen wir zum Leben. Die Kanäle stehen für die energetische, feinstoffliche Existenz dieser grundlegenden Elemente, die als maßgebliche Kräfte innerhalb der physischen Form des Körpers wirken.

Nadi Shodana (Wechselatmung)

Nadi Shodana ist eine klassische Atemübung aus dem Yoga.
Die Wirkung der Übung ist wissenschaftlich untersucht worden und belegt, dass dadurch eine Synchronisation der beiden Gehirnhälften erreicht wird.

Der Effekt ist, dass die Gehirnwellen der linken und rechten Gehirnhälfte sich angleichen und dadurch eine Harmonisierung von analytischem und intuitivem Denken stattfindet. Zusätzlich werden Störungen wie Depression und Unruhe abgeschwächt.

Einfluss von Nadi Shodana auf das Gehirn:
https://www.yogaderquelle.de/lesesaal/der-einflus-von-nadi-shodana-auf-das-gehirn/

Wissenswertes über das Synchronisieren der Gehirnhälften:
https://www.neuro-programmer.de/gehirnwellen/gehirnhaelften-synchronisieren/

Die Ausführung der Übung ist denkbar einfach.
Man nimmt eine entspannte Meditationshaltung ein und beginnt durch das linke Nasenloch ein zu atmen, während das rechte Nasenloch verschlossen gehalten wird.

Dann verschließt man das linke Nasenloch und atmet durch das rechte Nasenloch aus.

Anschließend atmet man durch das rechte Nasenloch wieder ein. Das linke Nasenloch bleibt verschlossen.
Das ist eine Runde.

Wichtig zu wissen ist, dass jeder Ein- und Ausatemzug jeweils etwa 5-6 Sekunden lang sein sollte…

Die Übung kann 5-10 Minuten durchgeführt werden und eignet sich hervorragend zur Vorbereitung auf die Meditationspraxis!

Nadabrahma-Meditation

Um Missverständnissen vorzubeugen: Nadabrahma steht hier nicht für eine exotische Dame, sondern ist der Name für eine Meditationstechnik, die in Zusammenhang mit dem spirituellen Meister Osho (früher Bhagwan Shree Rajneesh) bereits in den 1970er-Jahren bekannt wurde.
Abgeleitet wurde diese Technik von einer alten tibetischen Meditation.

Bildquelle: Adobe Stock
Bildquelle: Adobe-Stock

Nadabrahma setzt sich aus den zwei Silben Nada (Klang) und Brahma (Welt) zusammen.  „Die Welt ist Klang“. Dies steht für die Bedeutung des Namens, was sich dann auch im Charakter der Übung ausdrückt.

Übende erzeugen während des ersten Teiles dieser 1-stündigen Sitz-Meditation einen Summton und dadurch eine Vibration im ganzen Körper. Was in klassischen tibetischen Meditationen oder im Zen die Achtsamkeit auf den Atem ist und damit als „Anker“ für den Geist dient, das ist bei Nadabrahma die Achtsamkeit auf Klang und Vibration.

Insbesondere die Vibration hat für unser Nervensystem eine sehr positive Wirkung!
Die verlängerte Ausatmung, die durch das Summen entsteht und zur Vibration im Körper führt, erhöht die Aktivität des Parasympathikus („Ruhenerv“) im Verhältnis zum Sympathikus („Stressnerv“). Dies wiederum aktiviert den Vagusnerv, was Glücksgefühle erzeugt und zu innerer und äußerer Entspannung beiträgt. Menschen mit hoher „allostatic load“ (Dauerstress), profitieren sehr davon.

Im zweiten Teil werden die Hände sehr langsam kreisförmig bewegt. Zunächst mit den Handflächen nach oben, dann nach unten. Dabei wird die Abgabe und die Aufnahme von Energie an und vom Kosmos visualisiert.

Die ganze Meditation ist von Musik begleitet, die seinerzeit von Chaitanya Hari Deuter (Georg Deuter), einem Schüler Osho’s, komponiert wurde.

Im letzten Teil folgt eine stille Phase, die im ruhigen Liegen ausgeführt wird. Dabei liegt der Fokus auf der reinen, entspannten Körperwahrnehmung.

Kürzlich habe ich diese wundervolle Meditation wieder entdeckt und war wieder begeistert davon, wie tief sie Körper und Geist entspannt.

Chakra-Loop-Meditation

Die Chakra Loop Meditation ist eine bewegte Atemmeditation, bei der die Chakren aktiviert und miteinander verbunden werden können.Diese Meditation wird traditionell im Stehen geübt. Die Beine sollten etwa schulterbreit stehen. Die Knie sind leicht gebeugt.Beim Einatmen wird das Becken leicht nach hinten gebeugt. Beim Ausatmen wird das Becken wieder nach vorne gebeugt. Möglich ist auch, mit dem Becken eine Kreisbewegung zu beschreiben.Während der Übung, die von Musik begleitet wird, wandert man in der Vorstellung beim Ein- und Ausatmen durch die einzelnen Chakren.Man kann sich vorstellen, dass man beim Einatmen Energie aus der Erde aufnimmt, diese in ein Chakra leitet und in das nachfolgende Chakra ausatmet.Die Bewegung der Hände und Arme kann den Prozess entsprechend begleiten
Der Übungsablauf:

EinatmenAusatmenWas geschieht…
1Muladhara (1)Muladhara (1)Bodenständigkeit u. Erdverbundenheit
2Muladhara (1)Swadhisthana (2)Hingabe an alles Irdische
3Muladhara (1)Manipura (3)Im Irdischen aktiv sein, sich begeistern und die Dinge verändern
4Swadhisthana (2)Manipura (3)Aktivität mit Mut und Hingabe
5Swadhisthana (2)Anahata (4)In der Liebe ins Fließen kommen. Sexualität mit Liebe verbinden
6Manipura (3)Anahata (4)Die Liebe als Wegweiser nutzen
7Manipura (3)Vishudda (5)Sich der Verbindung mit allem bewusst sein
8Anahata (4)Vishudda (5)Sich an der Verbundenheit erfreuen
9Anahata (4)Ajna (6)Mit dem Herzen sehen und verstehen
10Vishudda (5)Ajna (6)Verbundenheit klar spüren
11Vishudda (5)Sahasrara (7)Verbundenheit mit allem erfahren
12Ajna (6)Sahasrara (7)Weisheit

Tonglen – Geburtshilfe für Mitgefühl

Tonglen ist seit etwa 1000 Jahren eine Meditationspraxis des tibetischen Shambala-Buddhismus. Übersetzt bedeutet Tonglen Geben und Nehmen, bzw. Aussenden und Annehmen. Die Praxis nutzt den Atem, um Glück zu geben und Leid zu nehmen.

Bildquelle: AdobeStock

Das Prinzip Tonglen sollte nicht als energetisch übersinnlicher Trick verstanden werden, der spontane Veränderungen im Außen zeitigt. Es geht bei dieser Technik alleine um die schrittweise Schulung und das Training des Geistes, was langfristig zu einer echten inneren Entwicklung und Reife führt. Bei dieser Praxis geht es um die Entwicklung von Mitgefühl, Empathie und Herzenswärme. In jedem Fall bewirkt Tonglen im eigenen Bewusstsein die Entwicklung heilsamer Geisteszustände und wirkt sich dementsprechend in der Folge auf das eigene Denken, Fühlen und Handeln aus. Durch die Visualisierung von Schmerz und Leid wird das Sich-Berühren-Lassen gestärkt und die Fixierung auf das eigene Ego wird verringert. Selbstverständlich geht es nicht darum, sich mit dem Einatmen von Schmerz und Leid selbst zu belasten. Es geht vielmehr darum, die eigene Selbstbezogenheit, Gleichgültigkeit und Abgrenzung gegenüber anderen Lebewesen (oder gegenüber sich selbst) zu verringern und sie in Mitgefühl umzuwandeln und das zukünftige Handeln in eine heilsame Form zu verändern. Das übende Bewusstsein wird daraufhin Mittel und Wege suchen und finden, um heilsame Impulse in die Tat umzusetzen. Die Übung des Tonglen nutzt also sowohl der Verbesserung des eigenen empathischen Bewusstseins, als auch anderen Lebewesen, die in der Folge mit dem Übenden in Kontakt kommen.
Eine Falle besteht darin, nur das eigene Leiden in den Fokus der Übung zu stellen und nur dieses eigene Leiden transformieren zu wollen. Der Sinn der Übung besteht aber darin, alle Wesen in den Wunsch nach Glück, Freude und Freiheit von Leiden einzubinden. Das entspricht dem Grundgedanken, dass Wesen nicht voneinander getrennt sind, und dass Glück nichts Exklusives ist. Das Einatmen des Leidens soll nicht als etwas Belastendes empfunden werden. Belastend wird es, sobald ich mich gegen das Leiden wehre und mich davor fürchte. Vielmehr sollte die Vorstellung des Leids als eine Kraft verstanden werden, die mein eigenes Ego auflöst, mich befreit, leichter, offener, mitfühlender und liebevoller macht. Ich öffne mich für alles das, was ist ohne mich dagegen zu wehren. Diese mitfühlende Offenheit und Akzeptanz bewirkt die Entstehung hellen Lichtes, das ich während der Übung an alle Wesen – einschließlich an mich selbst – sende.

Einatmen: man stellt sich vor, dass Schmerz oder sonstiges Leid in Form etwas Dunklem an das eigene Herz herangeführt wird.

Ausatmen: man stellt sich vor, dass helles Licht vom Herzen ausgeht und dorthin gelangt, wo es benötigt wird, um Schmerzen zu lindernoder sonstiges Leid aufzulösen.

Das Tonglen sollte in jedem Fall unter Anleitung erlernt werden, da es eine sehr intensive, tief gehende Praxis ist, bei der einige wichtige Details zur Vorbereitung beachtet werden sollten.

Vipassana: Die Stück-für-Stück-Methode zur Einsicht in uns selbst

Vipassana ist zwar keine Methode, aber es Bedarf einer Methode, um Vipassana (Einsicht) zu erhalten!

Natürlich haben wir, neben dem Atem, weitere Möglichkeiten unseren Geist durch Konzentrationsübungen an einem Punkt oder in einem begrenzten Bereich zu halten.

Bei der Gehmeditation fokussiert man seine Wahrnehmung auf die Empfindungen beim Gehen. Dies ist eine Methode, die vor allem durch den vietnamesischen Meister Thich Nhat Hanh bekannt wurde.

Eine weitere, nicht so bekannte Methode, ist die von der buddhistischen Nonne Ayya Khema empfohlene „Stück-für-Stück-Methode“, auf die sich dieser Beitrag bezieht. Das Besondere an dieser Methode ist, dass wir während der etwa 1-stündigen Übung mit unserem Geist – also mit der fokussierten Wahrnehmung – Stück für Stück durch die einzelnen Bereiche unseres Körpers wandern, dort jeweils aufkommende Empfindungen, Gefühle oder Emotionen in ihrer Qualität wahrnehmen, dann wieder loslassen und zur nächsten Stelle weitergehen. Von der Nasenspitze bis zu den Zehenspitzen wird jeder Teil des gesamten Körpers behandelt.

Ausschlaggebend ist, die jeweiligen Empfindungen, Gefühle und Emotionen nicht zu bewerten oder zu beurteilen, sondern sie lediglich in ihrer Qualität des Erlebens wahrzunehmen und als solche klar zu erkennen und sich von der Wahrnehmung des Bereichs wieder zu lösen, bevor man zum nächsten Bereich weiter geht.
Mit der Qualität des Erlebens ist gemeint, wie ich die Empfindung wahrnehme und welche Veränderungen dabei geschehen. Es geht weniger darum, was faktisch bei der Wahrnehmung empfunden wird.
Die faktische Wahrnehmung, mit der Frage, was nehme ich wahr und wo tritt es auf, ist eine meditative Wahrnehmung, die bei der Shamata-Meditation geübt wird und den Geist für die Einsicht in die qualitative Wahrnehmung vorbereitet.

Die „Stück-für-Stück-Methode“ hat vielfältige Wirkungen. Einerseits ist sie eine hervorragende Übung, um seine Konzentrationsfähigkeit zu stärken. Der Geist wird durch konsequentes Üben insgesamt ruhiger und weniger ablenkbar. Andererseits ist sie eine Methode der Läuterung (Reinigung, Befreiung) im Sinne des Dhamma. Gefühle und Emotionen, die wir je hatten, manifestieren sich im Körper – vor allem dann, wenn sie sehr oft erlebt werden. Im Körper können sie Blockaden erzeugen und sich als emotionale oder körperliche Störungen und Belastungen zeigen. Übende erleben, dass sich häufiges Üben dieser Methode sehr erleichternd in Bezug auf Blockaden auswirkt.

Eine weitere vorteilhafte Wirkung ist das Üben des Loslassens, das beim Wechseln von einer Stelle im Körper zur nächsten einen wichtigen Aspekt der Übung darstellt.
Dieses Loslassen, das sich während der Ausführung der Methode auf den Körper beschränkt, weitet sich bei konsequenter Praxis automatisch auf alle anderen Bereiche des Lebens aus. Die Anhänglichkeiten an die Dinge und sogar an andere Menschen verringern sich.

Aufkommende Hindernisse, die sich während der Übung in Formen von Ablehnung (Langeweile, körperliche Missempfindungen) oder Anhaftung (Hängenbleiben an angenehmen Empfindungen) zeigen können, werden wahrgenommen. Dieser Erfahrung folgt die Einsicht der Vergänglichkeit aller dieser Phänomene.

Heart-Brain-Coherence

Die Verbindung von Herz und Hirn herzustellen, ist eine sehr alte Übung. Dazu sind nur Menschen in der Lage. Die Neurowissenschaft hat festgestellt, dass im Bereich des physischen Herzens Nervenzellen vorhanden sind, die denen des Hirns gleichen. Wir denken also auch mit unserem Herzen! Diese Fähigkeit, diese beiden Zentren unseren Bewusstseins, Denkens und Fühlens zu aktivieren und zu koordinieren, aktiviert Potentiale in uns, die uns bislang verschlossen waren.

Die dreistufige Übung:

Schritt 1

Schließe Deine Augen und richte Deine Aufmerksamkeit weg von der Außenwelt und hin zu Deiner Innenwelt.
Lenke Deine Aufmerksamkeit vom denkenden Geist zum fühlenden Herzen.

Berühre Dein Herz, so, wie es für Dich angenehm ist. Die Aufmerksamkeit geht da hin, wo unser Körper eine Empfindung wahrnimmt.

Schritt 2

Verlangsame Deinen Atem ein wenig. Vielleicht 5 bis 6 Sekunden für jeweils jeden Ein- und Ausatemzug. Wenn Du langsamer atmest, weiß Dein Körper, dass Du Dich sicher fühlst und er wird Deine Biochemie dementsprechend einstellen.

Schritt 3

Nur als Mensch bist Du in der Lage, Dich für ein Gefühl zu entscheiden.In diesem Fall, während Du ruhig atmest und Deine Aufmerksamkeit beim fühlenden Herzen hast, entscheide Dich für das positive Gefühl der Dankbarkeit. Dieses Gefühl. der Dankbarkeit, das Du entstehen lässt, sendet ein Signal, das für die Koppelung von Herz und Hirn verantwortlich ist.

Verweile einige Zeit im Gefühl der Dankbarkeit, während Du weiter ruhig atmest und Deine Aufmerksamkeit bei Deinem Herzen lässt.

Am Ende der Übung nimm noch einmal einen tiefen Atemzug und öffne Deine Augen und nimm den Raum um Dich herum wahr. Spüre, was sich in Deinem Körper verändert hat.

Kundalini-Meditation

Sehr wirkungsvoll ist die Kombination aus Meditation und Bewegung.
In unserer Zeit hatte der spirituelle Meister Osho Meditation und Bewegung in verschiedenen Techniken kombiniert. Eine davon ist die Kundalini-Meditation. Sie besteht aus vier aufeinander folgenden Phasen von jeweils 15 Minuten, wobei die ersten beiden Phasen aktiv und bewegt sind und die beiden letzten Phasen in Stille erfolgen. Alle Phasen, bis auf die letzte Ruhephase, sind von Musik begleitet.
Durch diesen Aufbau schlägt die Kundalini-Meditation im Verlauf der Phasen eine Brücke von achtsamer körperlicher Aktivität hin zu achtsamer Stille.

Bildquelle: Ahmad Odeh, lizenzfreie Bilder auf unsplash.com

Der Begriff Kundalini stammt aus der Mystik Indiens und bedeutet in etwa Schlangenkraft.
Traditionell stellt man sich die Kundalini als zusammengerollte Schlange vor, die im Bereich des Steißbeins am Wurzelchakra (Muladhara) „schläft“. Die Kundalini entspricht grundsätzlich unserer reinen, kreativen Lebensenergie. Man kann sie als energetisches Phänomen bezeichnen, das eng mit unseren körperlichen Energiezentren (Chakren) verknüpft ist.

In der ersten Phase dieser Meditations-Methode lässt man den ganzen Körper sich schütteln. Es kann ein subtiles Zittern bis zum stärkeren Schütteln sein. Der Sinn besteht im Auflockern der inneren Härte. Es ist Befreiung aus der eigenen inneren Enge.

In der zweiten Phase überlässt man sich dem freien Tanz. Der Körper ist frei, sich so bewegen zu dürfen, wie er möchte. Die Energien, die in der ersten Phase geweckt und mobilisiert wurden, finden in der freien Tanzphase Ausdruck.

In der dritten Phase bleibt man an Ort und Stelle unbewegt stehen oder setzt sich still in Meditationshaltung.
In dieser dritten Phase beginnt das stille Verweilen und Beobachten dessen, was in Körper und Geist während der ersten beiden Phasen angestoßen wurde. Herzschlag, Atmung, alles wird deutlicher wahrgenommen und es fällt leicht, den Geist in der gleichmütigen Betrachtung der Vorgänge allmählich zur Ruhe zu bringen.

In der vierten Phase legt man sich flach auf den Boden und entspannt.

Samatha und Vipassana

Samatha und Vipassana sind Sanskrit-Begriffe und beziehen sich auf die beiden Richtungen, in die Meditation gehen kann.

Samatha


Samatha bedeutet ruhiges Verweilen und zielt darauf ab, den Geist durch eine entsprechende Methode zur Ruhe zu bringen.
Samatha ist selbst keine Methode, sondern eine der beiden Richtungen, in die Meditation gehen kann.

Li Dingzeyu auf Unsplash.com

Die stille Sitzmeditation mit Atembetrachtung, ist eine klassische Methode, mit der Samatha geübt wird.
Übende konzentrieren sich dabei auf die Wahrnehmung der Atembewegung und halten dadurch den Geist fokussiert in dieser Wahrnehmung.

Vipassana

Vipassana bedeutet Einsicht in die Natur der Dinge. Es bedeutet Einsicht zu nehmen in sich selbst und die Prozesse und Muster zu erkennen, in denen der Geist arbeitet.
Vipassana ist die andere Richtung, in die Meditation gehen kann.

Mit Einsicht ist hier keine intellektuelle Einsicht gemeint, sondern ein plötzliches, nichtbegriffliches, nichtsprachliches Verstehen, für das in diesem Moment noch keine beschreibenden Worte verfügbar werden. Es ist eine klare Sicht auf ein bestimmtes Thema, für die es keine Argumente braucht.


Hier werden Samatha und Vipassana auch nochmal schön erklärt:
https://yoga-allach.de/die-buddhistische-ruhe-und-einsichtsmeditation/