Jeder kennt den Begriff – doch was verbirgt sich wirklich hinter dem Wort „Bewusstsein“?

An dieser Stelle möchte ich den wissenschaftlichen Diskurs gern außen vor lassen und mich auf meine eigenen Erfahrungen und inneren Eindrücke stützen. Seit langer Zeit beschäftige ich mich intensiv mit diesem Thema. Durch meine persönlichen Erlebnisse konnte ich tiefe Einblicke gewinnen, die meine Sicht auf Bewusstsein wesentlich prägen. Natürlich erheben meine Erkenntnisse keinen Anspruch auf absolute Wahrheit – vielmehr sind sie eine Einladung zum Nachdenken.

Bewusstsein lässt sich einerseits als die ganz persönliche Erfahrung des reinen „Seins“ beschreiben – ein individuelles, subjektives Erleben, ohne Identifikation mit Körper, Gedanken und Gefühlen. Doch es lässt sich auch verstehen als ein kosmisches Prinzip, das der Grundpfeiler all dessen ist, was existiert – seien es lebende oder unbelebte Materie, feinstoffliche Energien oder immaterielle Dimensionen.

Was Geheimnisvolles verbirgt sich hinter dem Bewusstsein unserer Lebewesen? Interessanterweise umfasst es keine Gedanken, Gefühle oder Emotionen, keine körperlichen Empfindungen – es ist vollkommen frei von all dem. Und doch nimmt es all diese Phänomene kristallklar wahr, ohne sich von ihnen „beschmutzen“ zu lassen. Es ist wie ein stiller Beobachter im Zentrum unseres Seins, der alles erfassen kann, ohne selbst Teil des Chaos zu werden. Dieses kosmische Prinzip – so einfach und zugleich tiefgründig erklärt – lässt sich mit einer universellen Kraft vergleichbar machen: der Liebe. Um das zu verstehen, lohnt es sich, zu erforschen, was Liebe tatsächlich „macht“ und wie sie sich in unserem Universum zeigt. Liebe strebt nach Verbindung, hält förderliche Systeme zusammen und schafft Harmonie – sei es im Mikrokosmos unseres Körpers oder im Makrokosmos der Sterne und Galaxien. Sie wirkt in den Selbstheilungskräften der Organismen ebenso wie in den unendlichen Weiten des Kosmos. Und das Beeindruckende: Liebe kämpft niemals gegen etwas, sondern sucht immer nach neuen Wegen, die das Leben voranbringen – Wege, die mehr Verbundenheit, Verständnis und Harmonie ermöglichen.

Je bewusster wir sind, desto größer wird unsere Fähigkeit, Liebe zu leben. Mit wachsendem Bewusstsein werden unsere Gedanken und Gefühle zunehmend von einem Geist der Liebe durchdrungen – sie werden verbindend, nährend und weniger kämpferisch. Wirklich bewusstes Sein öffnet den Raum für Verbundenheit und lässt uns in Harmonie mit uns selbst und der Welt wachsen.

Je öfter und länger ich tief bewusste Momente erlebe, um so mehr werden meine Gedanken, Gefühle und Handlungen von der liebenden Kraft des Bewusstseins durchdrungen. Ich muss mich nicht für die Liebe entscheiden. Es geschieht automatisch. Man könnte sagen, es ist ein Naturgesetz!

In der einfachen und bewussten Schau auf Dinge und Ereignisse, schaue ich auf freie und nicht wertende Art auf das was geschieht. Diese Sicht kann nicht anders als die Emotion der Freude zu erzeugen, in der die Liebe meine Gedanken, Gefühle und Handlungen färben wird.

Andererseits, je unbewusster wir sind, desto mehr entfernen wir uns von diesem liebevollen Kern. Dann sind unsere Gedanken und Gefühle trennend, kämpferisch und von Angst geprägt.

Liebe ist kein bloßes Gefühl – sie ist eine innere Haltung, eine Erfahrung des Selbst in Beziehung zur Welt. Liebe ist das grundlegende Wesen unseres Bewusstseins, die treibende Kraft hinter unserer Entwicklung und unserem Sein.

Bewusstsein steuert diese Entwicklung durch das Erkennen – es tritt in Resonanz mit Verhältnissen und Situationen, in denen Liebe entweder am Werk ist oder fehlt. Wenn etwas nicht in Resonanz mit der Liebe ist, wird die Kraft des Bewusstseins für diese Dinge verloren gehen und es wird den Fluss der Liebe auf andere Wege lenken.

Dabei beurteilt das Bewusstsein nicht, ob etwas gut oder schlecht ist. Es nimmt einzig wahr: Ist das, was geschieht, von Liebe erfüllt – also verbindend und erhaltend? Und wenn nicht, sucht die Liebe nach neuen Wegen, um Harmonie, Verbundenheit und Entwicklung zu fördern.

Vielleicht fragst du dich gerade, wie es möglich ist, reines Bewusstsein selbst direkt zu erfahren – jenseits aller Gedanken, Gefühle und Handlungen. Du magst sagen, dass du dir bewusst bist, was du denkst, fühlst und tust, und diese bewusste Erfahrung bereits kennst. In vielen Momenten erkennst du dich als den, der handelt, den, der erlebt.

Doch die Erfahrung reinen Bewusstseins, um die es hier geht, führt in eine ganz andere Dimension. Sie lässt den Handelnden hinter sich, öffnet den Blick für eine tiefere Ebene – eine Erfahrung, in der alles Geschehen, alle Wahrnehmung, ohne die Identifikation mit einem Handelnden, ohne ein „Ich“ stattfindet. Es ist reines Sein, jenseits des Kontrolleurs, jenseits der Identifikation mit dem Gedanken „Ich bin der, der erlebt.“ Hier verschmilzt Bewusstsein mit dem reinen Sein, und das Gefühl des Handelnden löst sich in der Stille des unbegrenzten Gewahrseins auf.


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