Was zeichnet Freundschaft aus?
Ich möchte behaupten, dass es ein liebevoller, mitfühlender, respektvoller und ehrlicher Umgang ist, ähnlich wie eine Freundschaft mit dir selbst.

Was für einen freundschaftlichen Umgang verschiedener Menschen untereinander gilt, das gilt auch für den Umgang mit mir selbst in der Praxis der Meditation. In Meditation ist eine Freundschaft mit dir selbst besonders wichtig.
Natürlich, ich setze mir Ziele für meine Praxis und da ist vielleicht auch Ehrgeiz und Resultatdenken. Es sind Dinge, die im gewöhnlichen Alltag üblich sind und etwas Kämpferisches verkörpern. Im Alltag kämpft man oft mit Härte gegen Widerstände und für den Erfolg, oft auch gegen andere und man schafft damit Konflikte mit sich selbst und anderen.
Kämpferisch gegen etwas zu sein, ist das beste Mittel, um Meditation zu verhindern!
Selbst nach vielen Jahren der Meditationspraxis ertappe ich mich manchmal dabei, dass ich mich über meinen unruhigen Geist ärgere. In solchen Momenten erinnere ich mich daran, freundlich, geduldig und mitfühlend mit mir zu sein. Es ist eine Affirmation, die meine Lehrer sehr oft wiederholten und sie haben absolut Recht.
Der Geist braucht Hilfe, Unterstützung, Mitgefühl und Geduld! Es ist töricht, sich selbst zu maßregeln und damit die Meditation zu vergiften.
Ein gutes Mittel ist, sich an seinen Humor zu erinnern und sich selbst zu zu lächeln und zu erkennen, dass man gerade auf Reste alter Gewohnheiten gestoßen ist. Dies ist ein Zeichen, dass Freundschaft mit dir selbst im Spiel ist.
Der Geist ist oft wie ein kleines Kind. Unbeholfen, unwissend und tollpatschig.
Nimm deinen Geist bei der Hand und führe ihn achtsam und mit aller Freundlichkeit, die dir gerade zur Verfügung steht. Im Buddhismus gibt es den Begriff Maitri. Er bedeutet Freundlichkeit und Mitgefühl für sich selbst und andere. Sich in der Meditation an das Kultivieren von Maitri zu erinnern, ist sehr wichtig, eigentlich unerlässlich, um nicht in destruktive Muster zurück zu fallen. Wenn sie geschehen, ist es nicht schlimm, solange man es bemerkt. Fehler sind menschlich und ein Teil des Lernprozesses.
Lerne ich, in der Meditation freundlich und liebevoll mit mir selbst umzugehen, werde ich feststellen, dann auch anderen Menschen mit mehr Verständnis und Mitgefühl zu begegnen.
Frieden und Freundschaft mit mir selbst zu entwickeln, bedeutet, die Welt für sich selbst und andere etwas friedlicher zu machen. Diese Entwicklung hilft dir, Freundschaft mit dir selbst zu schließen.

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