Perspektivwechsel (3)

Materielle und geistige Welt

„Wir sind geistige Wesen, die auf dieser Erde eine menschliche Erfahrung machen“.

Dieses Zitat, das ich von dem christlichen Mystiker Williges Jäger kenne, bringt unmissverständlich zum Ausdruck, dass wir einen körperlichen, materiellen Anteil haben und einen geistigen, nicht materiellen.

Nur das Eine oder nur das Andere zu sehen oder zu bevorzugen, wäre Selbstverleugnung.

In der Meditationspraxis lernen wir in jedem Fall beide Anteile näher kennen.

Selbst wenn wir sagen, dass wir unseren Körper doch sehr gut kennen, werden wir ihn mit zunehmender Übung und Vertiefung ganz neu kennen lernen und werden eine ganz neue Beziehung zu ihm aufbauen. Das wird sich z.B. dadurch bemerkbar machen, dass wir subtile Befindlichkeiten unseres Körpers differenzierter und deutlicher wahrnehmen und die Stimme unseres Herzens wahrnehmen, die von der oft permanenten Flut oberflächlicher Gedanken übertönt wird.

Unsere Gedanken, Gefühle und Emotionen sind das äußere Tor zur geistigen Welt. Insbesondere die geistigen Formationen der Emotionen, sind noch sehr eng mit unserem Körper verbunden. Jeder kennt Herzklopfen, vielleicht Bauchschmerzen, Gänsehaut und die vielen anderen körperlichen Reaktionen im Zusammenhang mit Emotionen. Mit Gefühlen und Emotionen stehen wir noch ganz am Anfang der geistigen Welt. Unser Bauchgefühl, die Intuition, führt uns schon an das innere Tor und damit tiefer in die geistige Welt.

Mit „Rupa Jhanas“ und „Arupa Jhanas“ werden, außer im Buddhismus, auch in anderen spirituellen Traditionen sogenannte „meditative Vertiefungen“ genannt, welche die Entwicklungsschritte in die Meditation beschreiben.

Mit den Rupa Jhanas sind 4 Stufen beschrieben, in denen die Wahrnehmung des Körpers in der Meditation  noch eine wesentliche Rolle spielt. Im Verlauf der weiteren 4 Stufen, den Arupa Jhanas, die erst für Fortgeschrittene erlebbar werden, verliert der Körper in der Meditation immer mehr an Bedeutung und wir verbinden uns zunehmend mit der geistigen Welt.

Im Verlauf der Jhanas erleben wir die Faszination mit dem Kennenlernen der geistigen Potentiale, die mit der Meditationspraxis erfahren werden.

So können wir Freude als eine Emotion erleben, die immer in uns vorhanden ist und nicht von äußeren Bedingungen abhängig ist. Sie ist als Emotion Teil unseres menschlichen Seins.

Mit der geistigen Welt erleben wir sich öffnende Stille, die sich in die Weite ausdehnt und wir nehmen im Verbundensein mit allem eine Befreiung von der Enge der Ich-Identifikation wahr, was als innerer Frieden und Glückseligkeit empfunden wird.


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