Die zwei Pfeile des Buddha

Vom historischen Buddha existiert eine Anekdote („Sallatha Sutta„), in der er seinen Zuhörern den Unterschied zwischen Schmerz und Leiden verbildlichen wollte.

Schmerz, ob körperlich oder seelisch, sagte Buddha, ist ein Pfeil, der dich trifft. Es ist der erste Pfeil, mit dem du den Schmerz einfach wahrnimmst.

Bild: Andrew Yardley. Lizenzfreie Bilder auf Unsplash.com

Nun kann es sein, dass dich ein zweiter Pfeil trifft, der einen zusätzlichen Schmerz verursacht. Dieser zweite Pfeil ist deine Bewertung, deine Ablehnung und dein Kampf gegen den Schmerz des ersten Pfeils. Der zweite Pfeil lässt dich anspannen und verkrampfen und verdoppelt und verlängert deine Schmerzempfindung.

Wenn es dir gelingt, dich in den Schmerz des ersten Pfeils zu entspannen und ihn ohne Bewertung und ohne Ablehnung anzunehmen, weil er ja ganz einfach da ist, dann kannst du verhindern, dass dich der zweite Pfeil trifft.

Das Gleiche geschieht mit Gedanken, Gefühlen und Emotionen.

Je mehr du dich gegen die unangenehmen Phänomene deiner Lebendigkeit wehrst, desto stärker und aufdringlicher werden sie.



In der Meditation entspannst du Körper und Geist gleichermaßen und akzeptierst die Dinge, die in deinem Körper und deinem Geist aufsteigen. Es sind bewegliche, lebendige Energien. Sie kommen und gehen wie Wolken am Himmel. Du akzeptierst, dass sie kommen und du akzeptierst, dass sie vergehen.


Das Sallatha Sutta betont die Bedeutung von Achtsamkeit, Weisheit und Verständnis im Umgang mit den unvermeidlichen Schmerzen des Lebens. Indem man Einsicht in die Natur der Gefühle entwickelt, kann man unnötiges seelisches Leiden vermeiden und mit mehr Frieden und Gleichmut leben.


Eine Buchempfehlung

Der tibetisch-buddhistische Meister geht mit diesem Werk weit über das gewöhnliche Verständnis von Psychologie hinaus und beschreibt auf einzigartige Weise wie unser Geist funktioniert und wie in der meditativen Innenschau damit umgegangen werden kann.


Diese Lehre dient als Eckpfeiler für Buddhas Ansatz zum Verstehen und Lindern von Leiden und veranschaulicht, wie Befreiung in der Veränderung der eigenen Beziehung zur Erfahrung wurzelt.


Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar