Zeitenwende und Verwirrung

Ich selbst bin unerschütterlicher Optimist. Da mögen so viele „ja aber…“ aus dem Kreise selbsternannter Realisten mich mit handfesten Argumenten und Fakten vom Pessimismus überzeugen wollen – es nützt nichts.
Selbst mein eigener Verstand runzelt die innere Stirn über meinen Optimismus. Meinen Verstand sortiere ich zur äußeren Welt aus Gedanken, Meinungen, Fakten, Dingen und Erfahrungen.
Mein Optimismus gehört zum inneren Kreis der Gefühle und vagen Eingebungen, die so schnell unterzugehen drohen, wenn ich vergesse, die feinen Stimmen aus dem Meer aus Gedanken, Tönen und Bildern heraus zu filtern.
Die äußere Welt ist für das heutige Menschsein so überaus dominant geworden, dass man behaupten könnte, es gäbe außer ihr nichts Anderes.
Tatsächlich sind Gefühl und Intuition dem Verstand immer schon einen Schritt voraus gewesen. Sogar der Verstand selbst weiß das, weil er nicht leugnen kann, dass seine Erklärungen auf Vergangenem basieren und dem Zukünftigen – bis auf Vermutungen und Hochrechnungen – verschlossen bleiben.
Gefühl und Intuition machen einen nicht gleich zum Wahrsager, obwohl es recht viele Menschen gibt, die diese sehr sensible Fähigkeit besitzen. Ich besitze sie nicht.
Was die manchmal penetranten Erklärungen des Verstandes angeht, muss man – sofern man ehrlich mit sich selbst ist – zugeben, dass diese Erklärungen nur zu einem verschwindend minimalen Bruchteil seine eigenen sind. Der Löwenanteil ist „fremdes Material“, das der Sammelwut des Verstandes als Eigenes einverleibt wird.
Wie leicht ist es, Gedanken „aufzupfropfen“? Sehr leicht! Wie werden Meinungen gebildet? Durch geduldiges Anbieten und Wiederholen von Gedanken! Eine einfache und subtile Technik!
Politik und Medien sind Meister dieser einfachen Technik.
Ich habe den Titel „Zeitenwende und Verwirrung“ für diesen Blogbeitrag gewählt, weil auch mir bewusst ist, dass ein Wendepunkt überschritten wurde. Die Zeiten, zu denen Menschen ihren Überzeugungen vorbehaltslos trauten und sie dann auch für ihr eigenes Gut hielten, sind brüchig geworden.
Demgegenüber wächst die Zahl der Menschen, die deutlich spüren, dass Vieles, das sie als allgemeingültige Fakten ansahen nicht der Wahrheit entspricht, sondern sie es zuließen, dass es subtil bis offensiv in sie hinein implantiert wurde.
Als eines von vielen Beispielen kann man die veräußerten Versprechen von Politikindustrie und die Erklärungen und Interpretationen der Medienindustrie anführen. Die Realität weist eher auf tiefere Absichten hin, die bisher im Verborgenen bleiben sollten.
Altes, überliefertes spirituelles Wissen vergangener Kulturen, das hier und da wieder in den Vordergrund drängt und tiefe Einsichten in das Leben im Allgemeinen und menschliche Eigenschaften im Speziellen geben, steht der neuzeitlichen, materialistischen und streng rational orientierten Weltsicht gegenüber.
Die Folge kann nur erst einmal Verwirrung sein. Sehr oft ist es auch Abwehr, denn die eigene Weltsicht ist ein Teil der eigenen Identität.
Könnte es sein, dass wir Einzelne der Spezies Mensch viel mächtiger sind, als uns bewusst ist?
Lernen und Entwicklung werden manchmal nur durch Schock möglich.
Spürbar ist, dass viele Menschen sich zur Zeit vor diesem Schock wegducken, der als Erkenntnis von Selbstverantwortung und der gleichzeitigen Auflösung eines antizipierenden Opferdaseins auf sie zu rollt.
Ein neues Weltbild, das den Einzelnen als verantwortlich konstruktiven Part einbindet, macht Angst. Schließlich war es ein gerne akzeptiertes Angebot, Entscheidungen „Spezialisten“ zu überlassen, während man sich selbst den schönen Dingen des Lebens widmete.
„Wer seine Stimme abgibt, hat nichts mehr zu sagen“, ist ein spaßig genialer Spruch, der die Wahrheit im Kern trifft.
Aber gerade die eigene Genialität und Macht machen Angst. Wie erhält man Zugang dazu? Wie geht man damit um? Was ergibt sich daraus?
Alles Fragen, um deren Antworten man sich bis jetzt nicht zu kümmern brauchte, da der Anspruch auf Genialität und Macht bisher das Dogma einer kleinen Minderheit von „Spezialisten“ war.
Der Thron der Spezialisten verliert an Höhe. Spürbar werden die tieferen Absichten, die von niederen Beweggründen getrieben werden. Es geht um Interessen, die jeder mehr oder weniger stark akzentuiert auch in sich trägt.
Einige Wenige haben um ihre Interessen ein ganzes System gebaut, das den Interessen der Mehrheit zwar widerspricht, von außen aber verlockend aussieht. Zugegeben, ein Meisterstück!
Dass dieses Meisterstück des Illusionismus an Wirkung verliert, beflügelt meinen Optimismus, denn immer mehr Menschen beginnen diese Illusion zu hinterfragen….


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