Der Zauberbaum (1)

Ein erster, einleitender Entwurf zu meinem gleichnamigen Buch, das 2025 veröffentlichet werden wird.

Wer sagt, dass Bäume nicht sprechen können?
Na gut. Vielleicht können sie nicht wirklich sprechen, aber wenn man „Sprechen“ als Fähigkeit versteht sich mitzuteilen, dann sieht die Sache schon anders aus!

Wer den Bäumen diese Gesprächsbereitschaft nicht gänzlich abspricht, dem möchte ich eine kleine, märchenhafte Geschichte erzählen:

Überall auf der Welt gibt es Zauberbäume. Einige sind bekannt, andere warten noch darauf entdeckt zu werden.

Zauberbäume erkennt man an ihrer unwiderstehlichen Anziehungskraft, mit der sie Menschen anlocken und bei ihnen den Wunsch erzeugen, in ihrer unmittelbaren Nähe Rast zu machen. Auf diese Weise entdeckte ich meinen Zauberbaum, der ganz in meiner Nähe im Wald zuhause ist.

Mein Zauberbaum ist eine sehr alte und majestätische Eiche. Nach einem langen Spaziergang begegnete ich ihr und fühlte mich in typischer Weise magisch von ihr angezogen.

Das Zauberhafte an diesen Wesen ist, dass man sich mit ihnen unterhalten kann. Das geht nicht über Worte, sondern sie schicken Menschen Botschaften in Form von Gedanken und Gefühlen. Ebenso können diese Wesen menschliche Gedanken und Gefühle lesen. Mit Gedanken, die direkt aus dem Verstand kommen, tun sie sich etwas schwer. Dafür können sie mit Trauer oder Freude sehr gut umgehen. Ist ein Mensch von etwas begeistert oder durch etwas betrübt, dann kann ein sehr lebendiger Dialog daraus entstehen.

Mein Treffen mit meinem Zauberbaum ereignete sich in einer Zeit, als ich sehr viel über die Menschen und ihre Zukunft nachdachte. Viele Fragen trug ich mit mir herum. Warum ist die Welt so ein Chaos? Warum gibt es so viel Armut? Warum Krieg? Was hat es mit dem Mythos der Zeitenwende 2012 auf sich? Was kann ich tun, um zu helfen etwas zu verändern?

Eine ganze Weile hatte ich am Fuß meines Zauberbaums gesessen und hatte über meine Fragen nachgedacht. Meine Gedanken kreisten und suchten nach Antworten.

Kurze Zeit später schickte mir mein Zauberbaum einen Gedanken: „Verändern ist Gewalt…“ tauchte in mir auf.

„Veränderungen müssen doch nicht grundsätzlich gewalttätig sein!“, protestierte ich.

„Eure Geschichte des Veränderns, ist die Geschichte unablässiger Gewalt.“, kam als Antwort.

„Aber man muss sich doch Gedanken darüber machen, wie die Welt besser werden kann.“, entgegnete ich.

Dabei muss man sagen, dass die menschliche Geschichte tatsächlich voller Gewalt ist, und dass es in der Folge von Veränderungen oft jede Menge Opfer gab und auch heute noch gibt.

„Sei dir klar darüber, dass deine Welt jetzt das Ergebnis der Gedanken und des Glaubens deiner frühen Ahnen ist. Deine Welt kämpft mit Jahrtausende alter Vergangenheit.“

„Aber Kriege und Armut finden doch heute statt und es sind doch Gedanken der heutigen Menschen!“

„Deine Menschen glauben, dass es ihre eigenen Gedanken seien. Sie sind es nicht.“

„Was sind dann die Gedanken der heutigen Menschen?“

„Das Verrückte an deinen Menschen ist, dass sie gar keine aktuellen Gedanken haben. Das klingt für dich seltsam, aber es ist so. Deine Menschen sind über Jahrtausende daran gewöhnt, die Gedanken ihrer Vorfahren zu übernehmen und für ihre eigenen zu halten. Es ist nichts Neues dazugekommen. Das, was neue Gedanken einmal sein werden, sind bis jetzt nur Vorahnungen, die sich allmählich zu wahrhaftigen Gedanken formen.“

„Wir haben keine eigenen Gedanken? Und von welchen Vorahnungen sprichst du überhaupt?“

„Eure Vorahnungen sind das, was euch verwirrt. Wenn die Gedanken an Krieg und Armut eure eigenen wären, dann wärt ihr nicht unzufrieden und nicht verwirrt. Aber ihr habt die Vorahnung, dass etwas nicht stimmt. Ihr spürt, dass ihr euch selbst fremd seid. Ihr spürt, dass da etwas Fremdes ist, das euch bestimmt.“

„Du meinst, unsere Vorfahren haben an Krieg gedacht und wir spielen das jetzt nur nach?“

„Sie haben nicht unbedingt an Krieg gedacht, aber er war immer eine Folge ihrer Gedanken, die sich um Verteidigung ihres körperlichen Daseins drehten. Sie folgten wie besessen ihrem angeborenen Programm zur Erhaltung der Art. Das war in früheren Zeiten noch sinnvoll, denn das Leben damals war tatsächlich gefährlich und das Überleben der Menschheit war oft in Frage gestellt. Jetzt wiederholt ihr es immer wieder und wisst nicht mal warum ihr das tut.“

„Und die Vorahnungen? Was sagen die?“

Dort, wo wirkliches Denken entsteht, dort entstehen auch eure Vorahnungen. Aus der Mitte eurer Körper und nicht in euren Köpfen, wie ihr immer annehmt. Eure Köpfe speichern nur Erinnerungen und Erfahrungen und verknüpfen sie in immer anderer Kombination miteinander. Das lässt den Eindruck entstehen, dass etwas Neues entstanden sei. Aber es sind tatsächlich nur Variationen des Selben. Es ist eine Hin- und Her Schieberei  alter Gedanken.

„Aus der Mitte unserer Körper. Du meinst im Herzen? Mit meinem Herzen fühle ich aber doch!“

Ja, du fühlst dort. Aber du denkst auch damit. Du tust es nicht in Worten, sondern in Bildern. Und du tust es nicht im Gestern und nicht im Morgen. Ihr habt vergessen, was wirkliches Denken ist.

Ich versuchte mir vorzustellen, wie ein Gedanke aussieht, der als Bild aus dem Herzen kommt und ich versuchte in meinem Kopf die alten Gedanken zu orten, die ich angeblich von meinen Ahnen übernommen hatte. Was mein Baum da sagte, schien mir doch einigermaßen übertrieben zu sein.

„Wenn ich an Autos, Computer und Flugzeuge denke, dann sind das doch keine Jahrtausende alten Gedanken!“

Es sind nicht die Dinge, an die ihr denkt, sondern die Art und Weise wie ihr denkt. Ihr fühlt eure Spezies und euch selbst immer noch bedrohtEs hat sich seit Jahrtausenden nicht verändert. Niemand bedroht euch.

„Aber es gibt doch auch heute noch andere Völker, die uns bedrohen.“

Selbst wenn es diese Bedrohungen wirklich gäbe, sie entstehen ausschließlich aus unbegründeter Angst. Und ebenso fühlt ihr euch immer bedroht, weil ihr immer Angst habt. Viele Menschen drohen, nur weil sie Angst haben.

„Was denkst du? Warum haben wir Angst?“

Ihr habt Angst, weil ihr euch selbst vergessen habt. Ihr habt den Kontakt zu euch selbst und den Kontakt zu eurer Quelle verloren. Der Kontakt zu eurer Quelle ist das, was ihr allumfassende Liebe nennt.

„Mit Liebe kann ich etwas anfangen. Aber Quelle? Was meinst du genau damit?“

Eure Quelle ist auch unsere Quelle. Es ist die selbe Quelle. Es ist das, was ihr im Allerinnersten Kern seid. Ihr seid Energiewesen, die sich für eine gewisse Zeit materialisiert haben und nun als körperliche Wesen ihre entsprechenden Erfahrungen sammeln. Auch wir sind Energiewesen. Nur unsere Körper sehen anders aus und unsere Erfahrungen sind auch andere.

Das war schon sehr interessant, was mir mein Zauberbaum da erzählte. Auch wenn es etwas verrückt klang, so weckte es doch meine Neugier und ich wollte zu gerne wissen, woher er das alles wusste. Also fragte ich ihn einfach!

„Sag mal, woher weißt du das alles?“

Als Baum bin ich mit der Quelle direkt verbunden. Wir haben sie niemals verloren. In der Quelle ist alle Weisheit und alles Wissen verfügbar, das im gesamten Universum vorhanden ist. Wir können die Quelle jederzeit anzapfen. Auch ihr könnt das!  Ihr habt verschiedene Worte für die Quelle: Gott, Matrix, Urgrund hatte ich mal gehört.

Ich war meinem Zauberbaum sehr dankbar für alles, was er mir in der kurzen Zeit erzählt hatte und ich fragte ihn, ob ich wiederkommen dürfe, was er mir auch bestätigte. Ganz sicher würde ich ihn sehr bald wieder besuchen….


Kommentare

Eine Antwort zu „Der Zauberbaum (1)“

  1. Eine wunderschöne und nachdenklich stimmende Geschichte

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