Ein kontemplativer Awareness-Walk

Kontemplation ist das passive, nicht interagierende Beobachten von Gedanken und inneren Bildern.

Ein Awareness-Walk (das meditative Gehen) findet zumeist und am besten in natürlicher Umgebung statt. Das bedeutet für meine Walks nahezu immer Wald oder waldnahe Wege. Dort ist die Luft am besten und das Zusammensein mit der Lebendigkeit der Umgebung ist am deutlichsten spürbar.

Kein Wunder, dass bei einem Awareness-Walk in guter Luft der Atem freier und und durch die Bewegung präsenter wird.

Immer wieder mischen sich vorüberziehende Gedankenfragmente und -ströme in die Wahrnehmung des Körpers und da sind auch sinnliche Reize aus Duft und Geräusch. Die Gedanken werden kontemplativ wahrgenommen. Sie tauchen auf und vergehen wieder so spurlos wie sie gekommen sind. Bei entspannt meditativen Waldspaziergängen verschieben sich die Gehirnwellenmuster in den Alpha-Zustand. Wir kommen in den „Flow“-Zustand.
Bisweilen können Visionen aus spontanen Bildern aus dem Nichts auftauchen, die mal weniger, aber auch mal eindrücklicher sein können, was bezeichnend ist für den Alpha-Wellenbereich.
So eindrücklich geschah es heute bei meinem Walk im nahe gelegenen Wald.

Spontan formiert sich das Bild meines Atems, der sich wie das Ein- und Ausatmen des ganzen Universums anfühlt. Es ist nicht nur einfach Luft, die ich atme. Es ist die Welt, die ich für einen Moment in mich aufnehme, um sie kurz darauf wieder zurück zu geben. Es ist pulsierendes Aufnehmen und Loslassen. Mit dem Puls meines Atems füge ich mich in den pulsierenden, schwingenden Prozess des Universums ein, der überall erkennbar ist – in den Tag- und Nachtzeiten, im Pumpen des Herzens, in Geburt und Tod…
Mein Körper ist in diesem Moment nicht mehr der Fels in der Brandung des Lebens, den ich sonst so wichtig nehme. Viel mehr fühle ich mich in das ein- und auströmende Universum eingebunden. Mein Körper ist nur ein zeitweiliges Vehikel, das mir in Liebe zur Verfügung gestellt wird.

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